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Gewerkschaften erwarten Angebot der Arbeitgeber

Ein Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung trägt bei einer Streikkundgebung in Hamburg eine Verdi-Fahne.

Ein Mit­ar­bei­ter der Ham­bur­ger Stadt­rei­ni­gung trägt bei ei­ner Streik­kund­ge­bung in Ham­burg eine Verdi-Fah­ne.

Ber­lin/Mün­chen (d­pa) - Kurz vor der drit­ten Ta­rifrunde im öf­fent­li­chen Dienst ha­ben die Ge­werk­schaf­ten ih­ren Ei­ni­gungs­wil­len be­kräf­tigt. Verdi-Chef Frank Bsir­ske si­gna­li­sier­te, dass die Ge­werk­schaf­ten ihre Fünf-Pro­zent-For­de­rung auf­schlüs­seln wer­den, wenn die Ar­beit­ge­ber ein kon­kre­tes An­ge­bot vor­le­gen.

Un­ter­des­sen gin­gen die Warn­streiks wei­ter: Be­trof­fen wa­ren auch die Flug­hä­fen in Mün­chen und Nürn­berg. An die­sem Mitt­woch ge­hen die Ta­rif­ge­spräche für die rund zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen in Pots­dam wei­ter.

Am Diens­tag fie­len al­lein am Flug­ha­fen Mün­chen 25 Flüge - vor al­lem im In­land - we­gen Warn­streiks aus. Der Nürn­ber­ger Flug­ha­fen war we­gen des Warn­streiks der Flug­ha­fen­feu­er­wehr für rund zwei Stun­den lahm­ge­legt. Meh­rere tau­send Flug­gäste wa­ren be­trof­fen. An den bun­des­wei­ten Warn­streiks in der ver­gan­ge­nen Wo­che nah­men laut Bsir­ske zwi­schen 110 000 bis 120 000 Men­schen teil.

­Der Chef des Be­am­ten­bun­des dbb, Pe­ter Hee­sen, sagte am Diens­tag, die Ar­beit­ge­ber kä­men nun nicht darum her­um, sich zu be­we­gen. Er könne sich vor­stel­len, dass die Ge­werk­schaf­ten dies dann auch täten. Für die fest­ge­fah­re­nen Ge­spräche hat­ten sich die Sei­ten ge­gen­sei­tig die Schuld ge­ge­ben. Die Ar­beit­ge­ber kri­ti­sier­ten, dass aus der "­Ge­samt­for­de­rung" der Ge­werk­schaf­ten nicht klar wer­de, wie viel da­von bei­spiels­weise auf die li­neare Er­höhung der Ent­gelte ent­fal­len sol­le. Die Ge­werk­schaf­ten bemän­gel­ten das feh­lende An­ge­bot der Ge­gen­sei­te. Der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber­ver­bände (V­KA), Tho­mas Böhle, deu­tete zu­letzt ein An­ge­bot für die dritte Runde an.

dbb-Chef Hee­sen er­klärte am Diens­tag, wel­che Ge­wich­tung sich die Ge­werk­schaf­ten für ein­zelne For­de­run­gen vor­stel­len: Be­zo­gen auf das ge­for­derte Ge­samt­vo­lu­men von fünf Pro­zent soll­ten etwa 0,8 Pro­zent auf Kos­ten für die Ü­ber­nahme von Aus­zu­bil­den­den ent­fal­len. Einen An­teil von wei­te­ren 0,8 bis 1 Pro­zent vi­sie­ren die Ge­werk­schaf­ten laut Hee­sen für bes­sere Auf­stiegschan­cen der Mit­ar­bei­ter an. Er be­tonte aber: "Wir alle wis­sen, dass For­de­run­gen und Er­geb­nis nicht un­mit­tel­bar iden­tisch sein müs­sen."

­Bun­desin­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­zière (C­DU) sitzt in Pots­dam als Ver­hand­lungs­füh­rer des Bun­des mit am Tisch. Er hatte am Wo­chen­ende er­klärt, dass die Bür­ger mit höhe­ren Steu­ern, mehr Schul­den, höhe­ren Kita-Ge­bühren und der Schließung von Thea­tern, Bi­blio­the­ken und Schwimm­bä­dern rech­nen müss­ten, wenn die Ge­werk­schaf­ten ihre Fünf-Pro­zent-For­de­rung durch­setz­ten. Die Ge­werk­schaf­ten ent­geg­ne­ten am Diens­tag, in­dem sie auf eine von ih­nen in Auf­trag ge­ge­bene Forsa-Um­frage hin­wie­sen. Dem­nach sind 83 Pro­zent der Men­schen der Mei­nung, dass die Kom­mu­nen zur Fi­nan­zie­rung ih­rer Leis­tun­gen mehr Geld aus Steu­er­mit­teln des Bun­des und der Län­der be­kom­men soll­ten. Forsa be­fragte in der ver­gan­ge­nen Wo­che mehr als 2000 Bür­ger.

von dpa | vom 09.02.2010, 08:40 Uhr

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