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Druck auf Iran wächst - Neue Proteste im Inland

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht die Urananreicherungsanlage in Natan. (Archivfoto)

Der ira­ni­sche Prä­si­dent Mahmud Ah­ma­di­ned­schad be­sucht die Uran­an­rei­che­rungs­an­lage in Na­tan. (Ar­chiv­fo­to)

Te­her­an/­Brüs­sel (d­pa) - Re­gie­rungs­geg­ner im Iran pla­nen an die­sem Don­ners­tag neue Mas­sen­pro­teste an­läss­lich der Staats­fei­ern zum 31. Jah­res­tag der is­la­mi­schen Re­vo­lu­tion. Auf In­ter­netsei­ten der Op­po­si­tion hieß es am Mitt­wo­ch, dazu wür­den lan­des­weit Mil­lio­nen von Men­schen er­war­tet.

Die Po­li­zei er­klär­te, es habe be­reits neue Fest­nah­men ge­ge­ben. Die Si­cher­heits­kräfte hat­ten ge­warnt, mit ei­ser­ner Faust ge­gen nicht ge­neh­migte Pro­teste vor­zu­ge­hen. Auch außen­po­li­tisch steht der Iran an­ge­sichts der Es­ka­la­tion des Kon­flikts um sein Atom­pro­gramm un­ter wach­sen­dem Druck.

­Der Na­tio­nale Si­cher­heits­be­ra­ter von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma, Ge­ne­ral Ja­mes Jo­nes, sagte dem Ham­bur­ger Ma­ga­zin "S­tern" (Don­ners­tag): "Wir wer­den nicht ak­zep­tie­ren, dass der Iran die Fähig­keit zum Bau von Atom­bom­ben er­lang­t."

­Die Ab­rüs­tungs­be­auf­tragte im US-Außen­mi­nis­te­ri­um, El­len Tau­scher, sagte in Brüs­sel, die USA sähen die Chan­cen für eine ein­ver­nehm­li­che Bei­le­gung des Atom­kon­flikts schwin­den. Nach der Ent­schei­dung Te­her­ans, die Uran­an­rei­che­rung auf 20 Pro­zent hoch­zu­fah­ren, habe die Re­gie­rung in Wa­shing­ton kaum eine an­dere Mög­lich­keit als schär­fere Sank­tio­nen ge­gen Te­heran zu for­dern.

Haupt­red­ner bei der Staats­feier in Te­heran ist Prä­si­dent Mahmud Ah­ma­di­ned­schad. Füh­rer der is­la­mi­schen Re­vo­lu­tion war Großa­ja­tol­lah Ru­hol­lah Kho­mei­ni, der am 1. Fe­bruar 1979 nach 15 Jah­ren Exil ins Land zurück­kehr­te. Zehn Tage später wurde die Mon­ar­chie ab­ge­schafft.

­Die von Be­trugs­vor­wür­fen ü­ber­schat­tete Wie­der­wahl des erz­kon­ser­va­ti­ven Prä­si­den­ten im Juni 2009 hatte Mas­sen­pro­teste von An­hän­gern der ira­ni­schen Op­po­si­tion aus­gelöst. Hun­derte Op­po­si­ti­ons­an­hän­ger wa­ren da­bei fest­ge­nom­men und teils dras­tisch be­straft wor­den, zwei wur­den so­gar Ende Ja­nuar hin­ge­rich­tet.

Nach An­ga­ben von Amnesty In­ter­na­tio­nal, die sich auf of­fi­zi­elle Zah­len be­rief, wur­den bei den Pro­tes­ten und De­mons­tra­tio­nen seit der Wahl min­des­tens 40 Men­schen getötet. "­Die ira­ni­sche Re­gie­rung muss end­lich die de­mo­kra­ti­schen Rechte der Ira­ner und Ira­ne­rin­nen ge­währ­leis­ten", er­klärte die Iran-Ex­per­tin von Amnes­ty, Ruth Jütt­ner, in Ber­lin. Die freie Be­richt­er­stat­tung ü­ber die Pro­teste ist wei­ter ein­ge­schränk­t.

In Sa­chen Atom­streit be­rich­tete die "­New York Ti­mes", die USA be­rei­te­ten be­reits ver­schärfte Straf­maß­nah­men vor, die be­son­ders die ira­ni­schen Re­vo­lu­ti­ons­gar­den tref­fen sol­len, die als Pfei­ler des is­la­mi­schen Sys­tems gel­ten. Diese un­ter­hiel­ten ein Netz von Fir­men, Ban­ken und an­de­ren Ein­rich­tun­gen. Die in­ter­na­tio­nale Ge­mein­schaft ver­däch­tigt den Iran, die Atom­bombe an­zu­stre­ben. Te­heran weist das zurück.

Ah­ma­di­ned­schad sagte am Mitt­wo­ch, zahl­rei­che Län­der seien ü­ber den Be­ginn der ira­ni­schen Uran­an­rei­che­rung auf die neue Stufe von 20 Pro­zent hoch­er­freut: "­Sie emp­fin­den je­den Fort­schritt im Iran auch als den ei­ge­nen." Wel­che Län­der das sein sol­len, sagte er nicht.

von dpa | vom 09.02.2010, 09:32 Uhr

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