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Erschienen in der HARKE von Mittwoch, dem 13.09.2017

Rubrik: Blaulicht

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Mandy Müller.
Gesucht wurde die 2008 verschwundene Mandy Müller aus Nienburg. Deshalb waren auch Beamte der hiesigen Polizeiinspektion vor Ort – darunter Pressesprecher Axel Bergmann (rechts).
Der Sichtschutz der Polizei auf dem Friedhof in Wolfenbüttel-Fümmelse.
Gegen acht Uhr rückte gestern Morgen ein Bagger an, um das Grab des Großvaters des zwischenzeitlich tatverdächtigen Freundes auszuheben

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Nienburg/Wolfenbüttel

Fall Mandy: Polizei durchsucht Grab

Polizei öffnet Grab im Landkreis Wolfenbüttel / Ermittlungen gehen weiter

Mandy Müller.
Mandy Mül­ler.Foto: Archiv HARKE

Im Fall der seit September 2008 vermissten Mandy Müller gab es offenbar eine neue Spur: Polizeibeamte suchten am Dienstagmorgen auf dem Friedhof des Wolfenbütteler Ortsteils Fümmelse nach der Leiche der damals 18-Jährigen.

Mandy hatte in der Nacht vom 13. auf den 14. September 2008 bei ihrem Freund in Celle übernachtet und war plötzlich verschwunden. Seither fehlt jede Spur von der jungen Frau.

Die Ermittlung dauern somit weiter an.
Axel Bergmann, Polizei-Pressesprecher

Es gab konkrete Hinweise von Zeugen, dass sich im Grab des Großvaters des zwischenzeitlich tatverdächtigen Freundes Angelino M. die sterblichen Überreste der verschwundenen Nien­burgerin befinden könnten. Diese Vermutung bestätigte sich allerdings nicht, dazu konnten keine anderen Spuren gefunden werden, die den Verdacht bestätigt hätten. Das gab Axel Bergmann, Sprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, gestern am späten Nachmittag bekannt: „Die Ermittlung dauern somit weiter an.“

Der Freund war damals in Verdacht geraten, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben; das Verfahren gegen ihn wurde jedoch 2011 eingestellt, da keine Anhaltspunkte für eine Straftat gefunden werden konnten

Der Fall:

In der Nacht zum 14. September 2008 verliert sich die Spur von Mandy Müller in Celle. Es war ein Sonntag. Einen Tag vorher war sie mit ihrem Freund Angelino M. zu dessen Haus in die Residenzstadt gefahren. Sabine Müller, Mandys Mutter, hatte am späten Abend des 13. September noch mit ihrer Tochter telefoniert. Alles sei wie immer gewesen, erzählt sie.

Am Tag darauf, einem Sonntag, wollte sie zum Mittagessen wieder in Nienburg sein. Als die als sehr zuverlässig geltende 18-Jährige nicht kam, ahnte die Mutter, das etwas nicht stimme. Sie versuchte, Mandy anzurufen. Das Handy war aus. Seither hat die Familie nach eigenen Angaben kein Lebenszeichen von ihrer Tochter bekommen. Das Handy blieb aus. Geld vom Konto wurde seither nicht abgehoben.

Angelino M., der inzwischen aus Celle weggezogen ist, geriet in Verdacht, etwas mit dem Verschwinden der damals 18-Jährigen zu tun zu haben. Der damals 19-Jährige verstrickte sich in den polizeilichen Vernehmungen in Widersprüche. Für eine Anklage reichte es nicht.

Im Oktober 2009 hatten Polizei und Staatsanwaltschaft drei Häuser, zwei in Celle und eines außerhalb der Residenzstadt, durchsucht. In einem verlassenen Einfamilienhaus an der Bienholdstraße in Celle schlugen die Leichenspürhunde an. Die Ermittler vermuteten die Leiche der Nienburgerin im Keller, ließen schweres Gerät kommen und den Boden aufstemmen. Polizisten und Feuerwehrmänner trugen bis zum späten Abend Zinkwannen voll mit Bauschutt aus dem Haus – ergebnislos.

Ein weiterer Rückschlag bei der Suche nach Mandy:

Polizei gegen Suche nach Mandy bei „XY“

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