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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 22.01.2006

Rubrik: Kolumnen

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Guten Tag

Edda Hagebölling Foto: DH
Edda Hagebölling Foto: DH
Edda Hagebölling

Ein Thema hat diese Woche die Diskussion nicht nur unter den Bade-Gästen im Nienburger Hallenbad beherrscht: Die Stadt bietet seit dem vergangenen Sonntag eine Badezeit speziell für Frauen an. Gewünscht hatten sich dies besonders moslemische Frauen, die aufgrund ihres Glaubens am öffentlichen von Frauen und Männern besuchten Badebetrieb nicht teilnehmen dürfen.

Dass die Stadt auf diesen Wunsch Rücksicht nimmt, spricht an sich für die Verwaltung. Für viele moslemische Frauen, die übrigens diesen ersten Frauen-Badetag gut angenommen haben, ist es vielleicht das erste Mal, dass sie an einem für deutsche Frauen völlig normalen Freizeitvergnügen teilhaben können. Ob die Stadt damit allerdings dem Integrationsgedanken Vorschub leistet, ist eher zweifelhaft.

Dass dieses Angebot in der Bevölkerung auf eher wenig Verständnis stößt, zeigt die aktuelle Umfrage von nienburg-online: Dort hagelt es seit einer Woche Beiträge, die der Sache ganz überwiegend negativ gegenüber stehen. Außer dem Argument, dass eine extra Badezeit für Frauen ungerecht sei, bringt viele der gewählte Termin an sich in Rage: Gerade am Sonntagnachmittag hätten auch viele Familien Zeit, schwimmen zu gehen.

Und diesen Vorwurf muss sich Stadt tatsächlich gefallen lassen: Jahrelang warteten Badegäste in Nienburg vergeblich auf die in anderen Städten selbstverständliche, familienfreundliche Badezeit am Sonntagnachmittag. Gerade einmal eine Stunde länger bis 13 Uhr durften Wasserratten schließlich bleiben.

Kein Wunder, dass es jetzt auf (noch mehr) Unverständnis trifft, wenn diese zuvor verwehrte Zeit nun plötzlich personell doch zu bewältigen ist und dann ausschließlich für Frauen reserviert bleiben soll. Auch wenn es vorerst nur ein Versuch ist: Damit hat die Stadt der an sich gut gemeinten Sache keinen Gefallen getan.

Kundenfreundlicher (und geschickter) wäre es gewesen, am Sonntagnachmittag endlich Schwimmvergnügen für alle anzubieten. Und dann hätte es sicherlich viel weniger Unmut gegeben, wenn gleichzeitig an anderer Stelle eine Extra-Badezeit für Frauen eingerichtet worden wäre.

Einen schönen Sonntag - ob mit oder ohne Badevergnügen, wünscht Ihre HamS,

Christiane Hüneke-Thielemann

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