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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 30.09.2007

Rubrik: Kolumnen

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Guten Tag

Edda Hagebölling Foto: DH
Edda Hagebölling Foto: DH
Edda Hagebölling

„Das Verhältnis von Bediensteten und Studierenden ist ein Gradmesser dafür, wie viel in die Bildung der jungen Menschen investiert wird“, schreibt Professor Malpricht, Dozent am Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der FH Hannover in Nienburg. Veranlasst sah er sich zu dieser Reaktion, nachdem in der HamS zu lesen war, dass an der neuen Polizeiakademie ab dem 1. Oktober 350 Studierende und 130 Bedienstete tätig sein werden. Auf den ersten Blick nahezu paradiesische Verhältnisse. Allerdings relativiert sich dieses Zahl recht schnell, wenn man bedenkt, dass diese 130 sogenannten Bediensteten keinesfalls ausschließlich für das Wohlbefinden der 130 jungen Frauen und Männer zuständig, die einmal Kommissar werden wollen. Vielmehr ist in der Kreisstadt auch die Direktion angesiedelt, die für alle drei Studienorte in Niedersachsen zuständig ist. Zudem soll die Zahl der „Polizei-Studenten“ in Nienburg mit den Jahren auf über 600 ansteigen. „Am Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen studierten etwa 900 Studierende bei etwa 40 Bediensteten“, schreibt Professor Malpricht weiter. Eine Relation, die in der Tat zu denken gibt. Und das besonders vor dem Hintergrund, dass die angehenden Architekten und Bauingenieure in Nienburg mittlerweile wahrlich erschwerte Bedingungen vorfinden. Sie studieren quasi im Hinterzimmer und dürfen dafür auch noch bezahlen. 500 Euro werden für jedes Semester fällig, gut 200 Euro kommen in der Regel als sogenannter Semesterbeitrag dazu. Offenbar sah sich niemand in der Lage, für diese Art von Ausnahmezustand auch eine Ausnahmeregelung zu schaffen. Überhaupt ist nur schwer zu verstehen, wie die Einführung der Studiengebühr und die Klagen über den Mangel an Fachkräften zusammenpassen. Ob die Verantwortlichen wirklich immer wissen, was sie tun? Letztes könnte man auch die gewählten Kommunalpolitiker fragen, die in öffentlichen Sitzungen immer wieder weniger durch konstruktive Beiträge denn durch verbale Attacken auf sich aufmerksam machen. Geht es ihnen wirklich um die Sache, für die sie lauthals eintreten? Oder wollen sie einfach nur Schlagzeilen produzieren und damit die Bemühungen derjenigen zunichte machen, die lieber einvernehmliche und beständige Lösungen anstreben?

Allen Leserinenn und Lesern ein schönen Sonntag.

Edda Hagebölling

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