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Erschienen in der HARKE von Dienstag, dem 09.05.2017 auf Seite 17

Rubrik: Kolumnen

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Kolumnen

Ideen gegen die „Eltern-Taxis“

Matthias Brosch
Matt­hias BroschFoto: DH

In immer mehr Städten und Gemeinden werden vor Grundschulen sogenannte Hol- und Bringzonen eingerichtet. Ziel ist es, die regelmäßigen gefährlichen Verkehrssituationen morgens und mittags zu vermeiden. In der Praxis bedeutet dies: Die Mädchen und Jungen legen die letzten 200 bis 400 Meter selbstständig zurück.

„Der Fußweg ist für die Kinder ein Erlebnisweg, durch den Gesundheit gefördert und die eigenständige Mobilität erlernt wird“, schreiben Initiatoren aus dem nordrhein-westfälischen Kerpen zum Beispiel in einem Informationsbrief an die Erziehungsberechtigten.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) nahm sich des Themas ebenfalls bereits fundiert an. Im Leitfaden „Das Elterntaxi an Grundschulen“ stellt Ulrich Klaus Becker, der Vizepräsident für Verkehr, in seinem Vorwort fest: „Leider hat die selbstständige Mobilität von Kindern auf dem Schulweg in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Schuld daran sind häufig nicht etwa schlechte oder weite Schulwege, sondern die Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor Unfällen und Übergriffen, aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit mit dem Auto direkt bis vor das Schultor fahren. Durch verbotswidriges Halten oder riskante Wendemanöver behindern sie dabei nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern gefährden auch die Kinder – ihre eigenen eingeschlossen.“

Ob Hol- und Bringzonen tatsächlich etwas bringen? Der Ratschlag der Verkehrswacht kann schon reichen: „Bringen Sie Ihr Kind nur dann mit dem Auto zur Schule, wenn es sich nicht vermeiden lässt.“

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