Autor

Zum Artikel

Veröffentlicht am

Erschienen in der HARKE von Dienstag, dem 16.05.2017

Rubrik: Kolumnen

Anzeige

Kolumnen

Hinterhältig und blutrünstig

Nikias Schmidetzki
Ni­kias Schmi­detzkiFoto: DIE HARKE

Wie lange haben wir darauf gewartet – nun endlich war er da. Den ersten Mückenstich der Saison holte ich mir an einem lauen Abend am Grill. Ich mag Grillen. Damit meine ich weniger die zirpenden Tierchen als viel mehr die Nahrungszubereitung im Freien. Wobei ich auch gegen Grillen mit sechs Beinchen auch nichts einzuwenden habe. Generell habe ich mit Tieren kaum Probleme. Selbst fehlgeleitete Wespen versuche ich manchmal unversehrt ins Freie zu bringen. Nur mit Mücken werde ich eben nicht warm. Wer mit spitzen Gegenständen bewaffnet und blutrünstig, zudem noch hinterhältig, gerne auch schlafende Opfer überfällt, ist nicht mein Freund.

Es sind übrigens nur die Weibchen, die sich vom Blut Unschuldiger ernähren. Die männlichen Exemplare hal- ten sich an Blütennektar, verfügen nichtmal über einen Stechrüssel, sondern lediglich Fühler. Die armen Kerle. Sind sowieso kleiner als ihre Frauen und müssen sich dann auch noch ausschließlich von Saft ernähren, während die Damen wie wahnsinnig auf die Jagd gehen. Und läuft es richtig doof, unterscheidet der Laie sie nicht voneinander (wie auch?) und klatscht beherzt auf einen Mückenmann, der gerade seinen Nektar verdaut, aber nichts verbrochen hat.

Die Grille musiziert, die Wespe vertilgt Gartenschädlinge. Der Sinn, den Mücken haben, liegt vorwiegend darin, anderen als Nahrung zu dienen. Sollen sie doch gerne futtern, die Vögel und Frösche und meinetwegen auch die Spinnen. Guten Appetit!

Kommentare

Bisher wurden keine Kommentare abgegeben.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar abgeben zu können.