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Veröffentlicht am

Erschienen in der HARKE von Samstag, dem 09.12.2017 auf Seite 19

Rubrik: Nienburg & Umgebung

Fotos

Der Elftklässler Pascal Sablottny übernahm für die 31-köpfige Gruppe die Präsentation des Projekts.
Charlotte Dudda mit der selbst zusammengebauten Sonde, die wenig später mit dem Teddybären „Berry“ in den Himmel flog.
Janne Wetendorf und Julia Stamme (vorn von links) verhindern den vorzeitigen Abflug des Wetterballons, Michael Thomas (links im Hintergrund) kümmert sich um den Fallschirm, und Charlotte Dudda und Jasper Zielke halten die MDG-Sonde kurz vor dem Start in die Stratosphäre. Das HARKE-Video gibt es unter http://dh.ni/xf79xx.
Aufmerksam lauschte Schulleiter Lutz Kulze-Meyer mit Thomas Reiter, Dr. Uwe Groth und Dr. Micha Gryschka (von links) den Ausführungen der Schülerschaft zum Projekt des Nienburger Marion-Dönhoff-Gymnasiums mit dem Hashtag „#MDGgoesWeltall“.
Die Schülerinnen und Schüler pilgern zm Stadion an der Mindener Landstraße.

Video

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Nienburg

Gymnasiasten meistern ihr Sonden-Projekt

Naturwissenschaften werden in Nienburg zum Erlebnis: Prominenter Besuch von Astronaut Thomas Reiter

Der Elftklässler Pascal Sablottny übernahm für die 31-köpfige Gruppe die Präsentation des Projekts.
Der Elftklässler Pascal Sablottny übernahm für die 31-köpfige Gruppe die Präsentation des Projekts.Foto: Brosch

Die Seminarfachgruppe von Elftklässlern des Marion-Dönhoff-Gymnasiums darf äußerst zufrieden auf den gestrigen 8. Dezember zurückblicken: Perfekte Windverhältnisse haben den Start ihres Wetterballons begleitet. Die Hoffnung war groß, dass die von ihnen selbst zusammengebaute Sonde am Ende viele Daten und Fotos beim Flug in die Stratosphäre sammeln würde.

Darüber hinaus klappte die Organisation: Fast 1.200 Mädchen und Jungen begleiteten den Abflug auf dem Rasen des Nienburger Stadions und erfreuten sich an einem Luftballonweitflugwettbewerb, und danach folgte noch eine interessante Expertenrunde. Mit Astronaut Thomas Reiter, mittlerweile Leiter der ESA Weltraumorganisation, gab es dabei sogar prominenten Besuch im MDG-Forum – einer, der bei seinen beiden Missionen tatsächlich schon 350 Tage im Weltall war.

Die Planung, Organisation und die Durchführung des gestrigen Tages lag in den Händen von 31 Gymnasiasten (darunter auch einer von der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule), die sich für Naturwissenschaften interessieren und andere dafür interessieren wollen. Seit Mitte August arbeiteten die Mädchen und Jungen an ihrem arbeitsintensiven Projekt mit dem Hashtag „#MDGgoesWeltall“.

Das Ganze ist der erste Teil des benoteten Seminarfachs, das zum selbstständigen, verantwortungsbewussten und handlungsorientieren Lernen führen soll. Die Idee, eine Sonde in die Erdatmosphäre zu schicken, brachten die Lehrer Winfried Klug und Martin Reuss ein, die danach als Begleiter und Beobachter auftraten. Es wurden mehrere Gruppen gebildet: Sondenbau, Technik/Einladung, Marketing, Catering, Moderation, Sicherheit/Wetterbeobachtung und „Chefs“. Es entwickelte sich eine Gemeinschaft, die zielgerichtet auf den gestrigen Ballonstart hingearbeitet hat.

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler zwischen 16 und 18 Jahren wollen mit ihrer Styroporsonde neben dem Luftdruck und der Temperatur in einer Höhe von etwa 35 Kilometern auch atemberaubende Bilder von ihrer Reise in die Stratosphäre einfangen. Drei Kameras wurden eingebaut – unter anderem auch, um beim Start einen durch Schüler gebildeten MDG-Schriftzug zu filmen. Beim Bau der Sonde setzte die Gruppe auf die Erfahrung des kommerziellen Anbieters „Stratoflights“.

Für eine echte Nienburger Note sorgte „Berry“ – das Teddy-Maskottchen wurde ebenfalls in die Lüfte befördert. Nach dem Start gestern um 10.30 Uhr wurde mit einer Landung im nord-östlich und nahe dem gut 200 Kilometer Luftlinie entfernten Ludwigslust gerechnet. Sie landete dann um 17.13 Uhr in Trebel bei Gorleben. Zwei Autos des MDG hatten sich gestern Mittag auf den Weg gemacht, um die Sonde zu finden – ausgerüstet mit Leiter und Taucherbrille …

Finanziell half die Unterstützung der Sparkassenstiftung mit einem Betrag von 2000 Euro. „Ihr Projekt hat uns im Kuratorium sehr begeistert: Es ging ja nicht nur darum, einen Luftballon steigen zu lassen, an dem unten etwas dranhing, sondern daraus ein echtes Event zu machen“, sagte Sparkassen-Vorstand Wolfgang Wilke, dem vor allem das ausgearbeitete Marketing gefiel: „Meine Hochachtung dafür, was sie auf die Beine gestellt haben.“

Dr. Uwe Groth, der gestern unter anderem den Verein Deutscher Ingenieure vertrat, zeigte sich ebenfalls beeindruckt: „Ich traue mich fast gar nicht, Ihnen jetzt etwas über Projektmanagement zu erzählen.“ Die Elftklässler hätten in seinen Augen die Arbeit von Profis hingelegt, „ich würde Sie alle sofort einstellen“. Dr. Micha Gryschka, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Leibniz-Universität-Hannover, war der dritte Experte, der der Einladung der Seminarfachgruppe gefolgt war und viel Theorie bot.

Mehr im Internet unter: sondemdgnienburg.jimdo.com

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