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Erschienen in der HARKE von Samstag, dem 04.05.2019 auf Seite 17

Rubrik: Kolumnen

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Heinzgisela ist wieder da

Guten Tag

Nikias Schmidetzki Foto: DH
Nikias Schmidetzki Foto: DH
Nikias Schmidetzki

So richtig weit kommt sie nicht. Lange Strecken innerhalb kurzer Zeit sind nicht die Sache von Heinzgisela. Vor fast zwei Jahren waren wir dem Gast erstmals begegnet, was ich damals auch an dieser Stelle erwähnt hatte. Er ist eine Schnecke. Eine recht große mit schönem Häuschen auf dem Rücken. Und da Schnecken zweigeschlechtlich sind, bekam sie den Unisex-Namen Heinzgisela.

Geschehen war das im Sommer 2017, damals hatte ich beim Anblick von Heinzgisela noch keinen Gedanken an die Gender-Debatte und ein drittes Geschlecht verloren. Bereits im vergangenen Jahr war er oder sie oder es zwischenzeitlich wieder in einem Beet aufgetaucht – eine kleine Markierung zeigt uns, dass es eindeutig Heinzgisela ist.

Und nun entdeckten wir – nach neuen Gender-Regeln der Kommunikation den/die/das Gartenbewohner*in erneut, an einer Steinwand hinab in Richtung Rasen gleitend. Und – zack – nur eine Nacht war vergangen, da hatte die Schnecke einige Meter geschafft und bewegte sich auf der anderen Seite an einer Wand wieder hoch. Dort verharrt das Tierchen nun gut getarnt zwischen Steinen.

Es scheint Heinzgisela recht gut zu gehen bei uns, sonst hätte das Kriechtier sicher im Eiltempo die Flucht ergriffen. In voller Kraft erreicht es immerhin, abhängig von der Temperatur, bis zu vier Meter pro Stunde. Nun erreichen Weinbergschnecken in der Natur für gewöhnlich ein Alter von maximal acht Jahren. Gehen wir davon aus, dass Heinzgisela schon einige hinter sich gebracht hatte, finde ich es charmant, dass unser Garten vielleicht der Altersruhesitz sein darf.

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