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Veröffentlicht am

Erschienen in der HARKE von Mittwoch, dem 11.09.2019

Rubrik: Kolumnen

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Nienburg / Landkreis

Igelgerechter Garten

Guten Tag

Manon Garms Foto: DH
Manon Garms Foto: DH
Manon Garms

Igel sind possierliche Tiere. Gerade jetzt, da es auf den Herbst zugeht, meinen viele Menschen, die Tiere im Haus aufnehmen zu müssen, da sie vermeintlich frieren oder es vermeintlich nicht allein schaffen, durch den Winter zu kommenn

„Der Igel gehört zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürfen“, sagt Bärbel Rogoschik vom NABU-Artenschutzzentrum Leiferde: „Das Bundesnaturschutzgesetz beschränkt eine Na- turentnahme auf absolute Ausnahmen: Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen und alsbald wieder in die Natur zu entlassen“.

Besonders das Mitnehmen eines weiblichen Igels könnte fatale Folgen haben. Da im August und September die meisten Igel geboren werden, kann es zu Komplikationen bei der Geburt für das Muttertier kommen bzw. zum Verhungern der zurückgelassenen Igelkinder.

Durch den zum Teil frühen Laubabwurf der Bäume sind an den Straßenrändern oder in den Gärten schon etliche Laubhaufen entstanden, welche die Igel als Unterschlupf nutzen. Bärbel Rogoschik appelliert: „Das Laub sollte einfach liegen gelassen werden. Die Laubhaufen sind ideale Behausungen für die Igel – gerade zur Jungenaufzucht.“ Rogoschik berichtet auch von vielen Unternehmen, welche unter Palettenstapeln Igelnester mit Säuglingen entdecken. „Diese sollten an Ort und Stelle belassen werden. Denn bei der Mutter geht es den Jungigeln am besten.“

Im privaten Bereich sind naturnahe Gärten mit dichten Hecken und einheimischen Gehölzen sowie Reisig-, Laub- und Komposthaufen sowohl als Nahrungsräume als auch als Winterquartier von großer Bedeutung. Das NABU-Artenschutzzentrum ruft dazu auf, den eigenen Garten igelgerecht zu machen.

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