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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 13.08.2017

Rubrik: Nienburg & Umgebung

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Mit vereinten Kräften im Nienburger Hafen angekommen.
Die arabische Version des Textes.

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Nienburg

„Wir sitzen alle in einem Boot“

HamS-Serie „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Wikingerschiff aus Herford an der Schleuse Landesbergen gestrandet

Mit vereinten Kräften im Nienburger Hafen angekommen.
Mit ver­ein­ten Kräf­ten im Ni­en­bur­ger Ha­fen an­ge­kom­men.Foto: CJD

Insgesamt 30 Teilnehmende fuhren seit dem 15. Juli die Weser entlang auf der Skua, dem Wikingerschiff, und zwei weiteren Ruderbooten. Ein Motorboot fuhr als Begleitung mit. Die Gruppe aus Herford machte Halt in fünf Städten, um dort neue Kontakte zu knüpfen und spannende Begegnungen zu erleben.

Bereits im März wurde der Jugendmigrationsdienst (JMG) des CJD Nienburg von einer Gruppe aus Herford angefragt, ob das Interesse besteht, mit diesen eine Etappe des Weges von Vlotho bis Bremerhaven in einem selbstgebauten Wikingerschiff auf der Weser zu gestalten. Sofort waren die Begeisterung und auch die Vorfreude groß. Doch bereits die erste Etappe hatte es in sich, die Teilnehmer aus Herford hatten sich verschätzt.

Während geplant war, dass sie am Montagabend um 18 Uhr in Nienburg einlaufen – eine Delegation des JMD war ihnen auf der „Kleinen Nienburgerin“ entgegengefahren – war von dem Wikingerschiff weit und breit nichts zu sehen.

Am nächsten Tag hat sich dann alles aufgeklärt: Obwohl die Boote um 8 Uhr in der Früh gestartet waren und es nur wenige kurze Pausen auf der 88 Kilometer Strecke gab, kamen sie erst nach der Schließung der Schleuse um 22 Uhr in Landesbergen an.  „Wir mussten das Boot dort stehen lassen und mit dem Auto nach Nienburg zu unseren Schlafplätzen fahren“, berichtete Martin Joseph, der Leiter des Projektes.

„Aber es war eine unglaubliche Erfahrung, ich konnte die Nacht kaum schlafen so viele Eindrücke habe ich mitgenommen. Irgendwann fingen die jungen Menschen auf dem Boot an zu singen, Lieder aus der Heimat, ein Gänsehautmoment.“ schwärmte Joseph weiter.

Ein Teilnehmer sagte: „ Es ist toll, dass so viele Leute mitfahren, es gibt zwar auch mal Streit, aber es ist klasse, zwei Wochen Ferien zu haben und dieses Projekt mitmachen zu können“.

Am nächsten Tag sind dann Jugendliche aus dem JMD Nienburg und Projektteilnehmer gemeinsam nach Landesbergen gefahren, um das Stück auf der Weser bis Nienburg zusammen zu bewältigen. „Das war sehr anstrengend, das Boot zu fahren, aber es gab tolle Kontakte und Gespräche und abends sind dann sogar noch einige Herforder mit den Nienburgern um die Häuser gezogen, es hat echt Spaß gemacht“ berichtete ein Teilnehmer aus dem JMD Nienburg.

„Was die Herforder schon an diesem ersten Tag geleistet haben, ist unglaublich“, ist sich Sven Kühtz, Leiter des Jugendmigrationsdienstes des CJD Nienburg, sicher. „Einige Teilnehmenden hatten Schwielen an den Händen und trotzdem zog sich ein breites Lächeln über das Gesicht“. „Wir müssen das Individuum im Blick haben, dann bin ich mir sicher, gelingt unser großes Vorhaben der Integration“, so Kühtz weiter.

Nun sind die Herforder weitergezogen nach Verden. Aber ein absolut schöner Kontakt bleibt, und vielleicht mag sich hieraus etwas für die Zukunft entwickeln. 

Das nächste Begegnungscafe St. Martin findet am kommenden Dienstag, 15. August, um 16 Uhr im Kulturwerk statt.

Dieser Beitrag ist Bestandteil des CJD-Projekts „Willkommen in Nienburg“, das vom Bundesamt für Migration gefördert und von der HARKE am Sonntag begleitet wird.

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