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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 13.08.2017

Rubrik: Nienburg & Umgebung

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Hassel

Auch die Jungs finden‘s cool

Amrei Kramer ist an Hoyas Johann-Beckmann-Gymnasium die einzige Schülerin mit Elektro-Auto

Amrei Kramer in ihrem schicken schwarzen Zoe.
Am­rei Kra­mer in ih­rem schi­cken schwar­zen Zoe.Foto: Hagebölling

Nach Spiekeroog ist Amrei Kramer doch lieber mit dem Benziner gefahren. Sicherheitshalber. Doch im Grunde hat sie sich darüber schon geärgert. Spätestens als sie feststellte, dass es am Schiffsanleger überall Ladeplätze für Elektroautos gab, war ihr klar: Sie hätte problemlos mit dem neuen Zoe fahren können, ohne Angst haben zu müssen, nicht wieder zuhause anzukommen.

Amreis Zuhause ist der Biolandhof Kramer in Hassel. Schon 1989 hat Vater Jürgen den elterlichen Betrieb in einen Biohof umgewandelt. Mit 23 Jahren. Ökologie war für Kramers immer schon ein großes Thema. Eine Fotovoltaikanlage ist in ihren Augen Standard. Ein Elektroauto im Grunde auch. „Darüber nachgedacht haben wir schon länger“, berichtet Amreis Mutter Kirstin Kramer. Dass Amrei 18 wurde und der Familien-Passat für alle nicht mehr ausreichen würde, hat die Entscheidung, sich einen Zoe zuzulegen, schließlich beschleunigt.

Um den Strom vom Scheunendach nutzen zu können, ließen Kramers eine Wallbox anbauen. Die Batterie ist geliehen. Für sie wird eine monatliche Leasinggebühr fällig, die sich nach der Zahl der gefahrenen Kilometer bemisst. Sollte die Batterie einmal nicht mehr in Ordnung sein, wird sie kostenlos ausgetauscht.

Kirstin Kramer ist überzeugt, dass man im Umgang mit dem Elektroauto immer sicherer wird. „Sollte es einmal knapp werden, macht man einfach das Radio und die Klimaanlage aus. Das bringt dann noch einmal fünf Kilometer mehr“, so Kirstin Kramer schmunzelnd. Andererseits: die Reichweite des Kramerschen Zoe beträgt bereits 300 Kilometer.

Dass der Zoe auf kurz oder lang das zweite Familienauto wird, ist Amrei klar. Bruder Henry macht gerade den Führerschein, und Mutter Kristin hat längst erkannt, wieviel Spaß es macht, elektrisch unterwegs zu sein.

Amreis Mitschüler auch. „Auch wenn sie Anfang gefrotzelt haben: Ist ja klar, dass du als Kind vom Biohof mit dem Auto noch eins draufsetzen musst, sind Probefahrten bei meinen Kumpels äußerst beliebt“, so die 18-Jährige. Das ist ja wie Kartfahren, lautete der Kommentar der Jungs.

Hergestellt wurde der Kontakt zu Familie Kramer von Ulrike Gieger-Graßl, Mitarbeiterin der Klimaschutzagentur Mittelweser. Sie hatte Amrei im Rahmen einer Umweltmesse am Johann-Beckmann-Gymnasium kennengelernt.

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