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Erschienen in der HARKE von Donnerstag, dem 28.09.2017 auf Seite 18

Rubrik: Nienburg & Umgebung

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Nienburg

Grabungen auf der Burg Wölpe sind zu Ende

Drei Wochen waren Studenten aus Australien zu Gast / Im nächsten Jahr wird die Kooperation mit der Universität Canberra fortgesetzt

Gruppenfoto der Ausgrabungsmannschaft.
Gruppenfoto der Ausgrabungsmannschaft.Foto: Museum Nienburg

Drei Wochen waren die australischen Studentinnen und Studenten in Nienburg zu Gast – nun sind alle wieder auf dem langen Weg nach Hause. Die archäologischen Ausgrabungen auf der Burg Wölpe finden damit auch ihr diesjähriges Ende, die Schnitte sind bereits wieder abgedeckt.

Die internationale Kooperation war ein voller Erfolg – darin sind sich alle Beteiligten einig. Die Erwartungen seitens der australischen Gäste von der Australian National University, Canberra wurden voll erfüllt. Dr. Ash Lenton, Dozent an der Universität berichtet: „Wir haben Studentinnen und Studenten nach Deutschland gebracht, damit sie hier einerseits die regionale Geschichte kennenlernen und außerdem natürlich, damit sie lernen wie eine Ausgrabung funktioniert.“

Die Studentinnen und Studenten haben in Australien oft nur wenig Möglichkeit, an Ausgrabungen teilzunehmen – und die Erforschung von wirklich alten Stätten entfällt meist aufgrund der Rechte der indigenen Bevölkerung. Deswegen freut man sich in Australien über Kooperationspartner in Europa und ermöglicht so den Studierenden im Rahmen einer sogenannten Field School die Teilnahme an einer Lehrgrabung im Ausland.

„In Nienburg bot sich die Möglichkeit, in guter Arbeitsatmosphäre einen interessanten Platz zu erforschen. Die lange Besiedlungszeit auf dem Burghügel und die daraus resultierende Schichtenabfolge machen die Burg Wölpe zu einem idealen Studienobjekt“, fasst Dr. Lenton zusammen. Und es wurde ganze Arbeit geleistet – der bisherige Schnitt konnte deutlich erweitert werden und die bisher nur angeschnitten Mauern der Burg aus dem 12. Jahrhundert konnten weiter verfolgt werden. Außerdem gelangten aber auch weitere Gebäude aus jüngeren Zeiten in den Fokus der Archäologinnen und Archäologen.

So wurden vermutlich ein Ofen aus dem 14. Jahrhundert und weitere Gebäudereste aus dem 17. und 18. Jahrhundert erfasst. Auch an Funden war die Kampagne ertragreich. Es gab einige kleinere Objekte, zum Beispiel Münzen, Schnallen, ein Würfel und ein Fingerhut, die auf den gehobenen Lebensstandard der Burgbewohner hindeuten.

Die Masse der Funde stellen auch in diesem Jahr Keramikscherben von Gefäßen und Reste von Ofenkacheln. Besondere Aufmerksamkeit haben zwei Skelette von Hunden erregt – Schnittspuren an einigen Knochen zeigen, dass einer von ihnen offensichtlich zerlegt wurde. Vielleicht diente er als Nahrung, vielleicht nutze man auch das Fell weiter? Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha freut sich jedenfalls über die Funde und meint: „Die Funde werden zunächst dokumentiert, dort wo nötig restauriert und anschließend eingelagert, sie sollen aber später entweder in einer Sonderausstellung oder auch in der Dauerausstellung gezeigt werden.“

Im nächsten Jahr kommt die Universität Canberra wieder. Dann sollen die Schnitte noch mal erweitert werden, schließlich ist die zentrale Frage der Field School, nämlich den Umfang, den Aufbau und die Funktion des Gebäudes aus der ersten Phase der Bebauung zu erschließen, noch nicht geklärt. Neben den Studierenden aus Australien waren auch Mitglieder des Arbeitskreises Burghügel Wölpe ständige Begleiter vor Ort.

Sie haben z.T. selbst mitgegraben, aber auch durch logistische Unterstützung auf dem Burghügel und ihrem Netzwerk vor Ort maßgeblich zum Erfolg der Ausgrabungen beigetragen. „Das ehrenamtliche Engagement für ihre Burg ist bewundernswert und erleichtert das gesamte Projekt sehr“, bedankt sich die Museumsleiterin. Die Field School wird außerdem gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, dem Landschaftsverband Weser-Hunte und der Wirker Stiftung.

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