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Erschienen in der HARKE von Mittwoch, dem 14.02.2018 auf Seite 24

Rubrik: Nienburg & Umgebung

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Nienburg

Anspruchsvolle Recherche

Ein Seminarfach-Kurs der Albert-Schweitzer-Schule forscht im Nienburger Archiv

Ein Seminarfach-Kurs der Albert-Schweitzer-Schule forschte in authentischen Quellen.
Ein Seminarfach-Kurs der Albert-Schweitzer-Schule forschte in authentischen Quellen.Foto: Stadt- und Kreisarchiv Nienburg

Was ging vor sich in unserer Stadt in den Jahren 1933 bis 1953? Mit dieser Frage beschäftigt sich zurzeit der Seminarfachkurs „Aspekte zur Geschichte Nienburgs 1933-1953“ der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule (ASS), geleitet von Kerstin Bonas. Im Stadt- und Kreisarchiv wurde diese Zeit für die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten greifbar.

„Hier werden die originalen Zeugnisse vergangener Generationen verwahrt und können recherchiert und ausgewertet werden. Unter selbst entwickelten Fragestellungen sichten die Schülerinnen und Schüler historische Verwaltungsakten, Ratsprotokolle, Zeitungen oder auch Fotografien“, schreibt die Stadt Nienburg in einer Pressemitteilung.
Über das Studium der authentischen Quellen gelangte die ASS-Gruppe zu eigenen Einsichten und Wertungen. Die Archivarbeit beförderte auf diese Weise die Reflektion des Vergangenen. Das Archiv wurde zum außerschulischen Lernort. „Detektivarbeit ist gefordert.

Wie war die Situation der Kriegsgefangenen in Nienburg? Was hatte es mit dem Arbeitserziehungslager in Liebenau auf sich? Wie wurde mit Andersdenkenden in der Zeit des Nationalsozialismus umgegangen? Was lässt sich zur Geschichte der lokalen Presse herausfinden? Wie entwickelten sich die Schulen? Und die Jahre der Nachkriegszeit? Waren die Briten Besatzer oder Befreier? Wie gelangte die Stadt Nienburg zur Normalität zurück? Wie gestaltete sich die Integration der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg?“, heißt es weiter. Auch wenn das Archivpersonal beratend zur Seite gestanden hätte, die Recherche wäre anspruchsvoll und mühsam gewesen, aber spannend zugleich.

Findbücher wurden „gewälzt“ oder die Bestände des Stadt- und Kreisarchivs online recherchiert. Die für das Thema relevanten Unterlagen mussten ausfindig gemacht werden, der Informationsgehalt war zu prüfen, Vergleiche mussten gezogen und allgemeine Literatur zum Thema gelesen werden. „Es ist uns ein großes Anliegen, das Archiv gerade für Schülerinnen und Schüler zu öffnen, zum historischen Forschen einzuladen und den direkten Blick auf die Geschichte unserer Region zu schärfen“, schreibt Archivarin Patricia Berger. „Der Lernort Archiv wird gut angenommen, unsere stärkste Nutzergruppe sind junge Leute unter 20 Jahren. Gerade im Zeitalter von ,Fake News‘ wird das Recherchieren in den originalen Quellen immer wichtiger.“

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