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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 18.11.2018

Rubrik: Nienburg & Umgebung

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Dem Besuch von Gerd Kertzinger im Gemeindehaus St. Martin folgte gut eine Woche später der Besuch der Begegnungs-Cafe-Gruppe bei der Polizei am Amalie-Thomas-Platz.
Die arabische Übersetzung des nebenstehenden Textes.

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Nienburg

Gemeinsam für eine sichere Zukunft

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Einblick ins deutsche Rechtssystem mit und bei der Polizei

Dem Besuch von Gerd Kertzinger im Gemeindehaus St. Martin folgte gut eine Woche später der Besuch der Begegnungs-Cafe-Gruppe bei der Polizei am Amalie-Thomas-Platz.
Dem Besuch von Gerd Kertzinger im Gemeindehaus St. Martin folgte gut eine Woche später der Besuch der Begegnungs-Cafe-Gruppe bei der Polizei am Amalie-Thomas-Platz. Foto: CJD

Kontakt mit der Nienburger Polizei hatten am 30. Oktober die Besucher des Begegnungscafes St. Martin. Gerd Kertzinger besuchte in seiner Funktion als Kontaktbeamter das Cafe und hielt einen sehr informativen Vortrag über die Geschichte und Entstehung der BRD und die Rolle der Polizei. CJD-Mitarbeiterin Heike Schepp berichtet im Rahmen des Projekts „Willkommen in Nienburg“.

Herr Kertzinger führte den Zuhörenden vor Augen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die politische Macht über Deutschland bei den Alliierten lag. Im Westdeutschen Sektor wurde dann 1949 beschlossen, der deutschen Bevölkerung ihre Souveränität zurückzugeben. Der Ostsektor blieb der Sowjetunion unterstellt und war bis zur Wiedervereinigung 1989 ein eigener Staat, die DDR.

Das heutige Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland umfasst eine Fläche von 357 000 km² und beherbergt 83 Millionen Menschen. Die Staatsform ist eine parlamentarische und föderalistische Republik, was eine Kontrolle der Parlamente der 16 Bundesländer ermöglicht. Der Staat hat das „Rechtsmonopol“ und steht über den Religionen, keiner darf in Deutschland selbst Recht sprechen.

Die drei Säulen der Gewaltenteilung, die unabhängig voneinander funktionieren bestehen aus der:


  • gesetzgebenden Gewalt = Legislative (Politiker)

  • rechtsprechenden Gewalt = Judikative (Gerichte)

  • ausführenden Gewalt= exekutive (Polizei)

Der Kontaktbeamte berichtete außerdem von der Entstehung des Grundgesetzes, das allen Menschen in der Gesellschaft, egal woher sie kommen, welche Religion und welches Geschlecht sie haben, ein würdiges Leben garantieren soll.

Ausnahmslos jeder Mensch soll gleich sein, Männer und Frauen sind gleichgestellt.
Gerd Kertzinger betonte an diesem Nachmittag, dass die Flüchtlinge die deutschen Gesetze nicht fürchten sollten, weil diese Gesetze in erster Linie für die Gemeinschaft und nicht gegen sie sind. Die Polizei soll für die Sicherheit der in Deutschland lebenden Gesellschaft sorgen und dient und hilft allen Bürgerinnen und Bürgern.

„Die Tür zum Polizeipräsidium ist wohl die einzige Tür in Nienburg, die immer offen ist. Hier gibt es keinen Ruhetag.“ Mit diesen Worten begrüßte Gerd Kertzinger gut eine Woche später die kleine Gruppe des Begegnungscafes St. Martin im Polizeigebäude am Amalie-Thomas-Platz.

Er informierte unter anderem darüber, welche unterschiedlichen Abteilungen, und Fachkommissariate (in Anlehnung an das Grundgesetz) hier vorwiegend im Schichtbetrieb unter einem Dach zusammenarbeiten, um die verschiedenen Aufgaben der Polizei, die übrigens dem Innenministerium Niedersachsens mit Boris Pistorius an der Spitze angegliedert ist, zu bewältigen.

Dass jedes Bundesland sein eigenes Polizeigesetz hat geht übrigens auf einen Beschluss der Alliierten zurück. Viele Fragen konnten an diesem Nachmittag geklärt werden. Auch über die Wasserschutzpolizei wurde informiert. Beim Rundgang wurden auch die gekachelten, nur mit einer Gummimatte ausgelegten Gefängniszellen besichtigt. Die wirkten, trotz Fußbodenheizung, nicht einladend auf die Besucherinnen und Besucher.

In der Arrestzelle darf man nur bis zu 48 Stunden festgehalten werden, dann muss der Haftrichter entscheiden. Interessanter war da schon der Raum, in dem die Erkennungsdienstliche Behandlung, kurz „ED“ (Fingerabdrücke, Speichelprobe, Fotoaufnahmen etc.), durchgeführt wird. Hat der Raum doch Ähnlichkeit mit einem modern ausgestatteten Fotoatelier. Das „Stempelkissen“ für die Fingerabdrücke dient aber nur noch als Relikt vergangener Tage und hat ausgedient…Ein modernes Scanner Gerät erledigt diesen Job nun zuverlässiger und schneller...

Die Menschen des Begegnungscafes nehmen nach diesem Besuch sicher die Erkenntnis mit, dass die Polizei ein friedliches Miteinander fördern möchte und für – nicht gegen – die Bürger arbeiten will. Gerd Kertzinger betonte zum Abschluss noch, dass es wichtig sei, gemeinsam an einer friedlichen und sicheren Zukunft zu arbeiten.

Das nächste öffentliche Begegnungs Café St. Martin findet am kommenden Dienstag, 20. November, wie immer um 16 Uhr im Gemeindehaus der St. Martinsgemeinde in Nienburg statt. Alle sind herzlich eingeladen.

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