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Erschienen in der HARKE von Mittwoch, dem 17.05.2017 auf Seite 11

Rubrik: Lokalsport

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Handball

Behutsame Annäherung

Vier Wochen nach der Mitteilung: Das Konzept hinter dem Beitritt des SV Aue zur HSG Nienburg

Die Vereine der HSG Nienburg.
Die Vereine der HSG Nienburg.Foto: DH

Vor gut vier Wochen wurde sie publik gemacht, die Sportnachricht des Jahres im Kreisgebiet: Der SV Aue Liebenau tritt der HSG Nienburg bei. Der SV Aue verzichtet also künftig auf seine eigene Identität, um die Kräfte im Sinne des Handballs zu bündeln. Was vernünftig klingt, geschieht jedoch nicht von heute auf morgen. Sportlich soll und muss der Beitritt in vernünftigen Bahnen stattfinden – und in den Köpfen der Beteiligten ebenso. Schließlich arbeiten zwei ehemalige Rivalen künftig zusammen.

„Den Verantwortlichen von HSG und Aue ist sehr daran gelegen, die Nachricht nicht nur auf den Zusammenschluss zu reduzieren“, sagt HSG-Vorstandsmitglied Andreas Thomforde. „Vielmehr ist es wichtig darzustellen, dass mit dem Beitritt des SV Aue zur HSG der Handballsport im Kreis Nienburg nachhaltig gefördert werden soll, um auch in der Zukunft Handball als Breitensport und leistungsorientiert anbieten zu können.“

Ein Ziel ist es, die Oberliga- und Verbandsliga-Plätze der Männer langfristig zu sichern
Das Zusammenwachsen der beiden Aushängeschilder ist dabei behutsam und langfristig geplant. Gerade im Seniorenbereich wird es nicht nur gefühlt wenige Veränderungen geben.

Die Verbandsliga-Männer und die Landesliga-Frauen bleiben weiter in der Verantwortung des SV Aue, kurzfristig sind hier nur einzelne Spielertausche angedacht. Dementsprechend wird die Oberliga-Mannschaft der HSG nicht mit den Leistungsträgern aus der Verbandsliga aufgestockt. Ziel ist es, im Herrenbereich die Oberliga- und Verbandsliga-Plätze langfristig zu sichern – ein wichtiger Aspekt, um Talenten wie Paul Hildebrandt oder Finn Kühlcke, aber auch externen Spielern Perspektiven aufzeigen zu können.

Im Damen-Bereich werden die Teams ebenfalls größtenteils zusammen bleiben. Hier sollen die Damen 1 in der Landesliga und die Damen 2 – gerade aufgestiegen in die Regionsoberliga – jeweils das richtige Angebot für den Nachwuchs bilden.
Diese Konstellation muss nach fester Meinung der Verantwortlichen für die nächsten Jahre gesichert, wenn nicht sogar ausgebaut werden – auch hinsichtlich der aktuell erfolgreichen B-Juniorinnen. So will und kann die HSG verhindern, dass die Talente abwandern.

Auf den Jugendbereich wurde und wird auch künftig das Hauptaugenmerk gelegt. Traditionell setzen HSG und Aue seit jeher auf eine intensive Jugendarbeit. Die Früchte werden nicht zuletzt gerade in der jungen Liebenauer Verbandsliga-Mannschaft geerntet – siehe Eigengewächse wie Kai Bergmann, Tobias Dehmel, Jan Büscher.

Bereits seit zwei Jahren bestehen im Jugendbereich Kooperationen für einzelne Mannschaften. Hier zeigen demographischer Wandel und verändertes Freizeitverhalten schon deutlich, wie wichtig es war und ist, rechtzeitig für die Zukunft zu planen.
Diese Kooperationen, eigentlich zarte Vorläufer des Zusammenschlusses, ermöglichen es beispielsweise erst, gerade für jüngere Kinder und Jugendliche in wohnortnahen Sporthallen Handball anzubieten. Und der größere Einzugsbereich der Orte sichert auch, aus den Kindern und Jugendlichen spielfähige und erfolgreiche Mannschaften zu formen.

Von größter Wichtigkeit ist allerdings, bei diesem Prozess des Zusammenwachsens alle Aktiven, ehrenamtlich Tätigen, Zuschauer sowie Unterstützer und Sponsoren mitzunehmen. „Die örtliche Identität spielt hier eine sehr große Rolle und wird von den Verantwortlichen berücksichtigt“, sagt Thomforde.

„Aus diesem Grund wird das Verbandsliga-Team weiter seine Heimspiele in Liebenau austragen. Natürlich sollen auch als sportliche Highlights Verbands- und Oberligapartien nacheinander an einem Ort stattfinden. Ebenso Oberliga-Partien in Liebenau und Verbandsliga-Partien in Nienburg. „Dieses aber immer vor dem Hintergrund einer schrittweisen Annäherung.“

Auch bei den Trikotfarben werden sich die Fans von Aue und HSG vorerst nicht komplett umgewöhnen müssen. Thomforde: „Bestehende Verträge mit Werbepartnern werden selbstverständlich eingehalten.“

Zusammenfinden sollen und müssen aber nicht nur die Aktiven, sondern auch die ehrenamtlich tätigen Personen. Eine ganz wichtige Personalie und hoffentlich auch tolles Beispiel für die gelebte Gemeinsamkeit ist dabei Horst Grabisch. Der bisherige Liebenauer Spartenleiter übernimmt von Claas Wittenberg, der aus persönlichen Gründen zurücktritt, einen der drei Posten als stellvertretender Vorsitzender. Mit dem Schwerpunkt „Konzept“ wird er sich um die sportliche Entwicklung des Junioren- und Seniorenbereichs kümmern.

Thomforde blickt auf die Erfolgsgeschichte der HSG zurück: „Die HSG hat ihren Ursprung als Jugendspielgemeinschaft 2003. Ohne diesen ersten Zusammenschluss gäbe es heute wahrscheinlich in den Orten und auch in der Stadt Nienburg kein Handball-Angebot mehr. Der SV Aue und die HSG mit ihren bisherigen Stammvereinen Holtorfer SV, SV Erichshagen, SV Heemen, JG Oyle und SCB Langendamm beweisen mit ihrer Entscheidung für einen Zusammenschluss Weitblick und ihr großes Interesse und ihre Leidenschaft für den Handballsport.“

Aues Spartenleiter Horst Grabisch künftig im Vorstand der HSG

Ausführlich wird das Konzept im Rahmen der Jahreshauptversammlung der HSG am kommenden Freitag vorgestellt. Sie findet wie im Vorjahr zusammen mit der Jahreshauptversammlung des Fördervereins „Freunde der HSG Nienburg“ in der Gymnastikhalle der SV Erichshagen statt. Neu ist aber, dass die Versammlungen bereits um 18 Uhr mit einem gemütlichen Beisammensein mit Frischem vom Grill und Getränken beginnen. Der Förderverein startet dann um 19 Uhr, um 20 Uhr schließt sich die HSG an.

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