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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 13.11.2017 auf Seite 25

Rubrik: Lokalsport

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Estorfs Mirco Klann (links) setzt gegen Hoyas Mehmet Gönül (rechts) nach. Ridvan Gören und Alexander von Behr (von links) beobachten die Szene.
RWE-Kapitän Jonas Rinne feiert
seinen Treffer zum 1:0.
So hat man Estorfs Trainer Martin Finze selten gesehen...
...Der 36-Jährige feierte den ersten Heimdreier in der Bezirksliga-Geschichte...
...seines Heimatvereins und herzt Jonas Rinne.

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Fußball

Estorf knipst das Licht im Keller an

Fußball-Bezirksliga: RWE-Kapitän Jonas Rinne, Alexander Meyer und Thomas Wulf schenken Hoya vier Tore ein

Estorfs Mirco Klann (links) setzt gegen Hoyas Mehmet Gönül (rechts) nach. Ridvan Gören und Alexander von Behr (von links) beobachten die Szene.
Estorfs Mirco Klann (links) setzt ge­gen Hoyas Meh­met Gönül (rechts) nach. Rid­van Gö­ren und Alex­an­der von Behr (von links) be­ob­ach­ten die Sze­ne.Foto: Nußbaum

Estorf. Die LED-Lampen auf der Tribüne des RW Estorf-Lesseringen flackern seit gestern Nachmittag wieder ein bisschen. Durch den souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg im Derby gegen die SG Hoya knipsten die Rot-Weißen das Licht im Tabellenkeller wieder an und gaben die Rote Laterne vorerst wieder an den SC Uchte ab.

Die Estorfer feierten gestern gleich mehrere Premieren: Das 4:0 war der erste Heimspielsieg der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga und zeitgleich der erste „Zu-Null-Sieg“. Stürmer Alexander Meyer feierte sein Startelf-Debüt und krönte es mit einem Tor, und nach über fünf Monaten gelang dem Team von Spielertrainer Lukas Swiatkowski und Martin Finze der erste Heimspielsieg in einer Pflichtpartie.

Der letzte Erfolg in Estorf datiert vom 7. Juni in der Bezirksliga-Relegation gegen den TSV Kolenfeld (2:0). Finze: „Das war extrem wichtig für uns. Wir haben uns endlich mal belohnt für unseren Kampf.“ Das RWE-Trainergespann hatte sich im Vorfeld reichlich Gedanken gemacht und die Aufstellung auch verletzungsbedingt, auf einigen Positionen angepasst. „Mich freut es einfach, dass die Jungs, die in der Startelf standen, ihre Chance genutzt haben. Das macht Mut für den Abstiegskampf bis zum Saisonende.“

„Mich freut es einfach, dass die Jungs, die in der Startelf standen, ihre Chance genutzt haben. Das macht Mut für den Abstiegskampf bis zum Saisonende.“

Gerade Matthias Lippel überzeugte als Routinier auf der Doppelsechs mit Stefan Büge, ordnete das Estorfer Spiel und ging auch keinem Zweikampf aus dem Weg. Joshua Draeger nutzte seine Chance als Rechtsverteidiger, war bissig in den Zweikämpfen und setzte auch nach vorn immer wieder Akzente. Und zu guter Letzt war da noch Publikumsliebling Alexander „Akki“ Meyer, der sein Startelf-Debüt für den RWE mit seinem ersten Bezirksliga-Tor seit über zehn Jahren krönte. Meyer: „Ich glaube, mein letztes Tor in der Bezirksliga habe ich in der Saison 2006/07 noch für den Landesberger SV erzielt.“

Doch von Beginn an: Hoya reiste mit einem 3:1-Sieg gegen die U23 des TuS Sulingen an und nahm auch in Estorf das Spiel vorerst in die Hand. Die Nordkreisler drückten auf die schnelle Führung, agierten gedankenschneller und produzierten erste Möglichkeiten. Von der Heimelf war nicht viel zu sehen, die Umstellungen im Team mussten erst einmal verarbeitet werden. Nach 30 Minuten versuchte es Hoyas Kapitän Daniel Nadolski aus der Distanz, als er RWE-Keeper Paul Bonas zu weit vor seinem Kasten wähnte, doch der Ball klatschte aus gut 35 Metern an den Querbalken.

Dies schien der Weckruf für die Estorfer gewesen zu sein. Nachdem ein Pass von RWE-Außenbahnspieler Mirco Klann zunächst keine Anspielstation in der Mitte fand, machte er es nur Sekunden später besser. Florian Schüttpelz bediente Klann mit einem Diagonalball auf rechts, der sah Kapitän Jonas Rinne in der Mitte und dieser hatte keine Mühe SG-Torwart Hauke Schröder zu überwinden – 1:0 (38.). Nur zwei Minuten später hatte Rinne gar die 2:0-Halbzeitführung auf dem Schlappen, doch Schröder parierte zweimal glänzend.

Nach dem Seitenwechsel übernahm vorerst wieder Hoya das Kommando, doch SG-Toptorjäger Mattis Jüttner fand zweimal im erneut starken Bonas seinen Meister (47., 50.). Estorf brauchte eine gute Viertelstunde, um sich aus der Umklammerung zu befreien und wieder in die Zweikämpfe zu kommen. Mit einem Doppelschlag sorgte die Heimelf für die Entscheidung. Erst durfte RWE-Innenverteidiger Thomas Wulf nach einem Eckball von Schüttpelz mutterseelenallein vor Schröder per Kopf einnetzen (66.), kurz darauf nutzte Meyer den Ballgewinn von Rinne mit einem sehenswerten Lupfer zum 3:0 (69.).

Das SG-Team von Emrullah Kizildag gab sich nun auf und Estorf verpasste es das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. Der Schlusspunkt war dann wiederum Rinne vorbehalten, der nach schöner Vorarbeit vom eingewechselten Pascal Bierhals für den 4:0-Endstand sorgte (90. + 3.). Kizildag war nach dem Schlusspfiff entsprechend bedient: „Das war ein grausamer Auftritt von uns.“


  • RW Estorf-Leeseringen: Bonas – Swiatkowski, Houran, Wulf, Draeger (77. Nußbaum) – Klann (83. Bierhals), Büge, Lippel, Schüttpelz – Rinne – Meyer (76. Heidel).

  • SG Hoya: Schröder – R. Gören, Hormann, A. von Behr, Boyer – Mrowczynski, Nadolski, D. von Behr (28. Wohlers), Hollunder – Jüttner, M. Gönül (65. E. Yilmaz).

  • Torfolge: 1:0 (38.) Jonas Rinne; 2:0 (66.) Thomas Wulf; 3:0 (69.) Alexander Meyer; 4:0 (90./+3) Rinne.

  • Gelb-Rot: Hoyas Mario Hollunder (76. Foulspiel, Meckern).

  • Auffälligste Spieler: Paul Bonas, Alexander Meyer, Jonas Rinne, Matthias Lippel / Hauke Schröder, Timm Hormann.

  • Schiedsrichter: Kevin Görtler (SV BE Steimbke).

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