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Erschienen in der HARKE von Mittwoch, dem 27.03.2019 auf Seite 11

Rubrik: Lokalsport

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Waghäusel/Kirrlach

Anton Hochhalter gewinnt Bronze bei der Junioren-DM

Ringen: Der Nienburger Nachwuchssportler holt das erste Edelmetall für den Landesverband

Bronze bei der DM: Anton Hochhalter. Foto: Schuldt
Bronze bei der DM: Anton Hochhalter. Foto: Schuldt
Bronze bei der DM: Anton Hochhalter.

Als die Hotelzimmer für die drei teilnehmenden Ringer des niedersächsischen Ringerverbandes für die deutsche Meisterschaft der Junioren im freien Stil gebucht wurden, reservierte man nur für eine Nacht. Das sich einer der NRV-Ringer bis zum Finaltag am Sonntag durchringen würde, war so nicht unbedingt zu erwarten.

Als dann aber der 18-jährige Anton Hochhalter vom TKW Nienburg seine ersten beiden Vorrundenkämpfe in der Klasse bis 92 Kilogramm am Sonnabend ganz souverän für sich entscheiden konnte, musste die Delegation des Landesverbands umdisponieren und den Aufenthalt im nordbadischen Waghäusel um einen Tag verlängern um am Ende Hochhalters Bronzemedaille zu feiern.

In seinem Auftaktkampf hatte es Hochhalter mit Eduard Panow aus Hanau zu tun. Der Hesse war für den Niedersachsen ein unbeschriebenes Blatt, den es aber nicht zu unterschätzen galt, zumal der hessische Ringerverband keine Athleten meldet, die nicht über Medaillenpotenzial verfügen. Hochhalter beherrschte die Begegnung, ging durch gute technische Aktionen schnell in Führung und ließ bis zum Ende des Kampfes nichts anbrennen. Nach sechs Minuten hatte er seinen ersten Punktsieg mit 6:3 in der Tasche.

Im zweiten Vorrundenkampf kam Cihan Besli vom SV Alemania Nackenheim gegen den Nienburger nicht bis in die zweite Runde. Nach kurzem Abtasten bekam Hochhalter den Nackenheimer in die gefährliche Lage, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Der Nienburger siegte mit dem klarsten aller Möglichkeiten, einem Schultersieg. Damit stand Hochhalter bereits im Halbfinale, welches noch am selben Tag ausgerungen wurde.

Hier wartete kein geringerer als Johannes Mayer von ATSV Kehlheim aus Bayern auf Hochhalter. Mayer trat als amtierender deutscher Meister und Silbermedaillengewinner bei den europäischen Meisterschaften 2018 als klarer Favorit an. Der Nienburger versteckte sich aber nicht und versucht selbst Wertungen zu erzielen.

Zu Beginn der zweiten Runde setzte sich dann erwartungsgemäß der Kehlheimer durch und wurde unter den Augen des Bundestrainers seiner Favoritenrolle gerecht. Hochhalter selbst war, im Gegensatz zu seinen Trainern Juri und Philipp Baron, mit seiner gezeigten Leistung im Halbfinale nicht zufrieden. Auch hier stimmt beim ihm die Einstellung zum Kampf und sein Siegeswille. Juri Baron: „Anton hat alles rausgehauen, das war stark.“

Am Sonntag ging Hochhalter hoch motiviert und fokussiert in das kleine Finale. Sein Gegner war wieder der Hesse Panow, der sich im zweiten Halbfinale ebenfalls nicht durchsetzen konnte. In der Vorbereitung auf die Begegnung erwarteten die Niedersachsen, dass der hauptamtliche Trainerstab der Hessen ihren Ringer anders auf Hochhalter einstellen würde. Davon war aber überhaupt nichts zu erkennen und eine Überraschung blieb aus.

Hochhalter zeigte dem Hessen deutlich seine Grenzen auf und war im Stand- sowie auch im Bodenkampf der dominierende Akteur. Hochverdient siegte er in der fünften Minute klar und deutlich durch technische Überlegenheit (13:0). Ganz sicher werden von Hochhalter noch weitere gute Platzierungen auf nationaler Ebene folgen und als angehender Trainer im Leistungssportbereich wird er dem Ringernachwuchs im TKW als Vorbild sein.

„Anton hat sich mit der Medaille für seinen Trainingsfleiß mit etlichen Sparringskämpfen belohnt. In den vergangenen 23 Jahren ist das erst die vierte DM-Medaille eines TKW-Ringers, er kann stolz auf sich sein, denn wir sind es auf jeden Fall“, führt Juri Baron aus. Vor Hochhalter holte Boris Ulrich und zweimal Juri Baron eine Medaille an die Weser. „Anton muss jetzt am Ball bleiben, denn der Sprung von den Junioren zu den Senioren ist gewaltig.“

Etwas unglücklicher verlief der Wettkampf für Hochhalters Trainingspartner Lucas Gansi in der Klasse bis 97kg. Der 17-jährige Gansi führte in seinem ersten Kampf Biourn Mayer von der WKG Untere Nahe bis kurz vor Ende des Kampfes, gab aber einen sicheren Sieg noch aus den Händen. Die knappe Punktniederlage mit 9:10 wollte er im zweiten Kampf unbedingt korrigieren. Gansi merkte man seine Motivation an, er ging etwas ungestüm nach vorn und dies nutzte sein gegenüber, Linus Haag aus Östringen, eiskalt aus.

Haag setzte zum Kopfhüftschwung an, aus dem sich Gansi nicht mehr befreien konnte. Kleine Fehler werden auf diesem Niveau schnell bestraft. Gansi musste diesmal noch Lehrgeld zahlen, kann aber noch zwei weitere Jahre bei den DM der Junioren starten und sich dann ein Platz auf dem Treppchen erkämpfen. Juri Baron: „Lucas ist ein Topathlet und sehr trainingsfleißig. Ihm gehört definitiv die Zukunft. Leider hatte er vor der DM immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen, die ihn im Trainingsrhythmus behinderten. Wir hoffen, dass wir das über gezieltes EMS-Training in den Griff bekommen.“

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