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Erschienen in der HARKE von Freitag, dem 19.07.2019 auf Seite 9

Rubrik: Lokalsport

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Rollkunstlauf

Kira Gilster auf dem Olymp

Rollkunstlauf: Zur Weltspitze gehört das „Dream Team“ der Liebenauerin seit Jahren. Jetzt ist es Weltmeister

Am Ziel: Kira Gilster präsentiert die goldene WM-M... Foto: Raniero CorbellettiAm Ziel: Kira Gilster präsentiert die goldene WM-Medaille. Foto: Raniero Corbelletti
Freudensprung: Kira Gilster (Fünfte von links) und... Foto: Raniero CorbellettiFreudensprung: Kira Gilster (Fünfte von links) und ihr „Dream Team“ feierten den WM-Titel ausgiebig. Foto: Raniero Corbelletti
Am Ziel: Kira Gilster präsentiert die goldene WM-Medaille. Foto: Raniero Corbelletti
Am Ziel: Kira Gilster präsentiert die goldene WM-Medaille.
Freudensprung: Kira Gilster (Fünfte von links) und ihr „Dream Team“ feierten den WM-Titel ausgiebig. Foto: Raniero Corbelletti
Freudensprung: Kira Gilster (Fünfte von links) und ihr „Dream Team“ feierten den WM-Titel ausgiebig.

Barcelona. Seit 2013 gehört Kira Gilster mit ihrem „Dream Team“, einer niedersachsenweit zusammengestellten Rollkunstlaufriege, zur absoluten Leistungsspitze nicht nur in Deutschland.

Jedes Jahr vergrößerte die Liebenauerin mit ihren Gefährtinnen den Trophäenschrank, nahm an Europa- und sogar Weltmeisterschaften teil. Doch erst jetzt ging ein Lebens-traum in Erfüllung: Gilster & Co. feierten in Barcelona ihren bisher größten Triumph, holten den Sieg für Deutschland bei der Weltmeisterschaft.

In der katalanischen Hauptstadt fanden im Rahmen der World Roller Games unter anderem die Weltmeisterschaften im Rollkunstlaufen statt. Insgesamt 115 Länder mit mehr als 4000 Athleten nahmen elf Tage lang an den 150 Wettbewerben teil, zum Beispiel im Roller-Freestyle, Rollhockey, Speedskating und Skateboarding.

Die ganze Stadt war in den Händen der World Roller Games. Dort sind die Rollsportarten derart populär, dass sogar zwei Fernsehsender über dieses Event berichteten. In der Arena Palau Sant Jordi, die extra für die Olympischen Spiele 1992 erbaut wurde und die 17 000 Zuschauer aufnehmen kann, fanden die Artistic-Meisterschaften statt.

Nach der jeweils individuellen Anreise der einzelnen Athleten des deutschen Teams waren am Anreisetag das erste gemeinsame Treffen und eine Lagebesprechung geplant. Der Berliner Eiskunstlauf-Choreograf Gert Hoffmann verfeinerte in Zusammenarbeit mit Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik noch einmal einzelne Passagen sowie Feinheiten der Kür „Battlecry“ zur Musik der Gruppe „Two Steps from Hell“. Die fünf zur Verfügung stehenden Trainingseinheiten und zahlreiche Videoanalysen wurden intensiv genutzt und so konnte das Team hoffnungsvoll auf das Parkett gehen.

Am Tag vor dem großen Wettkampf fand das öffentliche Training statt, dort bestätigte das Team als amtierender World Cup-Gewinner und Europameister mit seiner Kür die Favoritenrolle. Das war der Auftrag: Im Formationslauf müssen 16 Läufer so synchron und spektakulär wie möglich vorgegebene Bilder und Figuren sowie zahlreiche Kreuzungsmanöver präsentieren. Bewertet werden die Schwierigkeit und Ausführung der Elemente. Am nächsten Tag begann um 21 Uhr der fieberhaft erwartete Wettbewerb. Das „Dream Team“ musste sich gedulden, denn der Start des Favoriten war an letzter Stelle gesetzt.

Zuvor starteten unter anderem die fünf in den Jahren zuvor favorisierten Teams aus Argentinien und Italien. Nachdem die starken Leistungen der anderen Mannschaften hervorragend benotet wurden, war klar, dass es nun um alles oder nichts geht. Jede Aktion sowie die spektakulären artistischen Einlagen gelangen in größter Präzision und Synchronität.

Insgesamt war es der beste Lauf der Saison, daher war am Ende eine hohe Wertung zu erwarten. Als dann das mit Abstand beste Ergebnis des Abends – sagenhafte 61,46 Punkte – auf der Anzeigetafel leuchtete, gab es kein Halten mehr, alle lagen sich abwechselnd lachend und weinend in den Armen.

„Die Zuschauer würdigten diese spektakuläre Leistung mit stehenden Ovationen“, berichtet Kira Gilsters Mutter Vera. „Es war einfach ein überwältigender Moment.“ Das deutsche Team landete mit diesem Ergebnis vor den Roller Dreams aus Argentinien (52,67 Punkte) und dem Precision Team Albinea aus Italien (46,40).

Nach dem Gewinn des Weltcups im November 2018 und der Europameisterschaft im Mai 2019 ist der Triumph von Barcelona nun der dritte große internationale Titel in Folge. Mit der Wertung von 61,46 Punkten stellte das „Dream Team“ eine neue Weltbestleistung auf.

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