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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 22.09.2019 auf Seite 13

Rubrik: Lokalsport

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Leichtathletik

„Auf 100 Kilometern kann viel passieren“

Ein Kreis-Nienburger Quartett um Holger Nolte meistert den Ultra-Lauf von Bielefeld

Glücklich im Ziel: Holger Vergin, Holger Nolte, Th... Foto: NolteGlücklich im Ziel: Holger Vergin, Holger Nolte, Thomas Mickley, Morten Surhoff und Meinhard Meier (von links). Foto: Nolte
Glücklich im Ziel: Holger Vergin, Holger Nolte, Thomas Mickley, Morten Surhoff und Meinhard Meier (von links). Foto: Nolte
Glücklich im Ziel: Holger Vergin, Holger Nolte, Thomas Mickley, Morten Surhoff und Meinhard Meier (von links).

Bielfeld. Vier Ausdauerspezialisten aus dem Kreis Nienburg wagten sich an das Abenteuer „Wappenweg-Ultra-Bielefeld 100“ statt. Der WUB100 ist ein Ultralauf auf dem 88 Kilometer langen Wappenweg rund um Bielefeld.

Er verläuft im Prinzip entlang der Stadtgrenze und kreuzt zweimal den Teutoburger Wald. Die Hauptdistanz beträgt 100 Kilometer mit rund 1300 Höhenmetern und kommt durch eine zusätzliche Zwölf-KilometerSchleife auf dem Hermannsweg mit zusätzlich knackigen Steigungen zustande. Eine weitere Herausforderung für die gut 50 Starter: Sie können ab Kilometer 85 entscheiden, ob sie die Schleife mitnehmen und die 100 Kilometer vollmachen.

Meinhard Meier von den Tri Lizards der Holtorfer SV, Holger Nolte von den Nienburg Roadrunners, Morten Surhoff aus Glissen und Holger Vergin aus Rehburg-Loccum standen morgens um sechs Uhr am Start. Surhoff und Vergin haben in den vergangenen Jahren schon einige Wettkämpfe über 100 Kilometer und mehr bestritten. Für Meinhard und Nolte war es der erste Lauf über über die dreistellige Distanz. „Darum waren wir auch besonders froh, als wir nach 13 Stunden und 51 Minuten auf Platz 21 über die Ziellinie liefen“, erzählt Nolte. Vergin errang in 14:05 Stunden den 25. Platz, Surhoff lief mit seiner persönlichen 100-Kilomter-Bestzeit von großartigen 10:58 std aufs Treppchen und landete auf dem dritten Platz.

Insgesamt kamen von den 50 Startern für die lange Distanz 33 ins Ziel, sieben entschieden sich für die kürzere Distanz über 88 Kilometer.

„Auf 100 Kilometern kann viel passieren, das konnte ich schmerzlich feststellen“, berichtet Nolte. „Nach rund 50 Kilometern lief unsere Dreiergruppe auf einem schmalen Trail im Wald auf eine Läuferin auf. Wir liefen zu dicht hintereinander, wobei ich unkonzentriert den Untergrund nicht richtig beobachtete und über eine Baumwurzel stürzte. Dabei fiel ich auf meine Weste und verlor dabei ein Beißventil einer meiner zwei Trinkflaschen. Ersatz hatte ich am Versorgungspunkt bei Kilometer 46 zurückgelassen. Die Flasche konnten wir notdürftig mit einem Kabelbinder flicken, um genügend Flüssigkeit für den weiteren Lauf dabei zu haben. Kabelbinder und Taschenmesser gehören sicherlich nicht zur Standardausrüstung eines Läufers, sicherlich aber eines Ultraläufers.“ Zum Glück war Noltes Frau Frauke vor Ort, sie brachte die benötigten Teile zur übernächsten Verpflegungstelle, „somit konnte ich ungehindert die letzten 32 Kilometer in Angriff nehmen.“

Zum Ultralauf ist Nolte erst 2018 gekommen. „Nachdem ich Anfang 2016 die Liebe zum Laufen entdeckt habe, steigerte ich die Trainingsumfänge.“ Im Mai 2018 bewältigte er gemeinsam mit Surhoff, Meier und seinem Kumpel Thomas Mickley den Rennsteig-Supermarathon mit rund 74 Kilometer und 1700 Höhenmetern, dem folgte im November der „UltraSteinhart666“ bei Steinfurt mit 56 Kilometern und 666 Höhenmetern. Der WUB war in diesem Jahr der dritte offizielle Ultralauf nach dem Südkreis-Meilen-Marathon im Januar in Hildesheim und dem „Katzen Sprung‘s Backyard Ultra“ in Bremen.

Nolte und was ihn antreibt

Zum Ultralauf gehört neben guter körperlicher Konstitution fraglos eine gewisse Verrücktheit. Holger Nolte erzählt, was ihn antreibt.

„Im Training laufe ich zwischen 70 und 120 Kilometer in der Woche. Besondere Highlights sind dann Tage, an denen ich schon mal morgens mit Rucksack in Nienburg starte, um dann über Linsburg, Schneeren, Mardorf ums Steinhuder Meer und über Rehburg zurückzulaufen. Oder die Tour, als ich mit Morten Surhoff am Freitag Nachmittag nur in Laufsachen und kleinem Rucksack in die Bahn gestiegen bin. Wir sind dann am Abend vom Bremer Hauptbahnhof durch die Stadt und durch die Warver Heide zur Übernachtung bei Verwandten nach Bassum gelaufen, um dann am Samstag zurück nach Hause zu laufen. Dieser Sport ist einfach großartig und ich denke, er passt mit seiner Klimaneutralität auch absolut in die heutige Zeit.“

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