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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 12.02.2018 auf Seite 21

Rubrik: Nordkreis

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Eystrup

Gemeinsam etwas erreichen

Hauke Ahnemann berichtet beim Naturschutzverein „Weseraue“ über Agrarförderung und Naturschutz

Referent Hauke Ahnemann bei seinem Vortrag.
Referent Hauke Ahnemann bei seinem Vortrag.Foto: Naturschutzverein Weseraue

Die Infoveranstaltung zur europäischen Agrarförderung und deren Auswirkungen auf Naturschutzmaßnahmen fand großes Interesse. Dr. Arne Röhrs durfte über 30 Zuhörer im Namen des Naturschutzvereins „Weseraue“ im Eystruper Gasthaus Parrmann begrüßen.

Der Referent Hauke Ahnemann wusste nach Angaben des Vereins mit seinem Vortrag und in der anschließenden Diskussion zu überzeugen. Laut Ahnemann war die ursprüngliche Intention unserer heutigen Agrarförderung die Bekämpfung des Hungers nach dem Zweiten Weltkrieg. Um den Menschen schnellstmöglich ausreichende und sichere Lebensmittel liefern zu können, wurde bis in die 1990er-Jahre hinein das Credo „Mehr ist besser!“ propagiert und entsprechend gefördert, schreibt „Weseraue“.

Dies sei mit großem Erfolg geschehen, wie zum einen die gestiegenen Erträge und zum anderen der Rückgang der Ausgaben für Nahrungsmittel zeigten.
Im Jahr 2003 habe es eine Reform gegeben, die Förderprämien seien nun flächengebunden und setzten das Einhalten eines umfangreichen Regelwerks voraus. Dieses Regelwerk sichere eine qualitativ hochwertige Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte.

Gleichzeitig lege es aber auch durch überbordende Dokumentationspflichten und haarkleine Detailregelungen zum Teil gewaltige Steine in die Wege der Landwirte, die Positives für die Umwelt tun möchten.

Denn darum gehe es dem Naturschutzverein „Weseraue“: Gemeinsam mit Landwirten etwas für den Naturschutz zu tun. Und da sei es wichtig, die Möglichkeiten und Hindernisse zu kennen. Es habe sich im Laufe des Abends immer mehr herausgestellt, dass Artenschutz und Regelkonformität leider nicht so leicht miteinander vereinbar seien.

„Schnelle und unkomplizierte Abhilfe kann hier nur mit Kenntnis der Regelungen und Fallstricke geschaffen werden, wie etwa durch eine effiziente Nutzung des Greenings. Hierbei benötigt es den Dialog, sowie das Wissen von Landwirten und Naturschützern, um gemeinsam etwas für die Sache zu erreichen“, ist Ahnemann überzeugt.

Es gebe auch bei der derzeitigen Förderpraxis noch viel Potenzial, das für die Verbesserung des Arten- und Naturschutzes genutzt werden könne, wenn Landwirte und Naturschützer die Probleme gemeinsam in regionalen Projekten angehen würden.

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