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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 05.02.2017

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Nienburg

Grüße aus dem vierten Stock

Guten Tag

Stefan Schwiersch
Ste­fan SchwierschFoto: DH

Vielleicht haben Sie es schon mitbekommen: Die Sportredaktion ist hausintern umgezogen, via Facebook haben wir die Info vor ein paar Tagen weltweit verbreitet. Falls Sie uns also auf eine Tasse Kaffee besuchen möchten: Sie finden uns ab sofort im vierten Stock und da gleich rechts um die Ecke.

Der Umzug hatte ganz einfach pragmatische Gründe: Der erste Stock platzte vor lauter Mitarbeitern (Lokalredaktion, HamS, Online-Redaktion, Sportredaktion) langsam aus allen Nähten. Und weil man in diesem Verbund die Sportler am ehesten für entbehrlich hielt (klingt despektierlicher, als wir es aufgefasst haben), nahmen wir das Angebot gern an, in den vierten Stock aufzusteigen. Nun residieren wir (nach eigenem Ermessen) im schönsten Büro des ganzen Harke-Hauses mit Blick über die halbe Stadt – traumhaft. Und auch einige andere nette Begleiterscheinungen sind uns gleich aufgefallen: Der Mülleimer in der kleinen Teeküche ist nicht mehr bereits um zwölf Uhr pickepacke voll, in der Kaffeekanne findet man auch 20 Minuten nach dem Aufsetzen noch ein Tässchen und auch der Kühlschrank scheint über weitaus größere Kapazitäten hier oben zu verfügen; ist halt ein Unterschied, ob sechs oder zwölf Leute ihren Joghurt und den Frischkäse kühlen. Ganz zu schweigen von der angenehmen, beinahe unwirklichen Ruhe hier in Himmelsnähe im Vergleich zum chronischen Marktplatzgemurmel im Großraumbüro.

Und doch ist nicht alles Gold, was da hell leuchtet. Manches vermisst man auch. Den Trubel des Alltags. Die lauten Telefonate unseres ehemaligen Schreibtischnachbarn Matthias Brosch. Das andauernde Klingeln bei dem Lokal-Kollegen, der gerade nicht da ist. Der Schnack über‘n Ecktisch und das redaktionsübergreifende Frotzeln. Und ganz besonders das fröhliche Lächeln unserer Seitendisponentin Anke. Und noch viel mehr den Spott unseres kommissarischen Chefredakteurs Holger Lachnit: „Was? Schon Feierabend?! Sport müsste man sein!“ Und ein wenig vermissen wir auch den täglichen Frust über die verbliebene Mini-Pfütze in der Kaffeekanne, die irgendein Lokal-Halunke mal wieder hinterlassen hat.

Gottlob gibt es trotz der Distanz über drei Etagen auch künftig zwischenmenschliche Berührungspunkte. Denn die Redaktionskonferenz findet stets bei uns nebenan statt. Und die Kollegen mögen uns verzeihen, aber ihr Japsen nach 60 Treppenstufen, das versüßt einem wahrlich den ganzen Tag.

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