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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 13.02.2017

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Nienburg

Ein Hoch auf die Großeltern

Guten Tag

Daniel Schmidt
Da­niel SchmidtFoto: DH

Haben Sie Enkelkinder? Möglicherweise haben Sie sogar mehrere Enkelkinder und sich vielleicht schon einmal gefragt, welcher Typ Oma oder Opa Sie sind.

Kürzlich habe ich dazu einen Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Schmidt-Denter gelesen. Er ist Entwicklungs- und Erziehungspsychologe an der Kölner Universität und unterscheidet vier Typen von Großeltern – die formellen Großeltern, die vollständig distanzierten Großeltern, die Ersatzeltern und die Spaßmotivierten. Letztere finden „ihre Rolle beglückender als die Elternschaft“, sagt Schmidt-Denter. Gemeinsam mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen, Puzzle spielen und viele andere Dinge mehr – Hauptsache, es macht Spaß und die Enkel haben auch noch ihre Freude dabei. Im Gegensatz dazu sind Ersatzeltern viel mehr an der Erziehung beteiligt und greifen beispielsweise dem alleinerziehenden Vater oder der alleinerziehenden Mutter unter die Arme.

Die vollständig distanzierten Großeltern verbringen dagegen viel lieber Zeit im Urlaub und genießen ihre Freizeit – nicht selten hat dieser Zustand auch mit einem belasteten Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern zu tun. Die formellen Großeltern tauchen hauptsächlich bei „Pflichtterminen“ auf. „Diese Senioren erleben die familiären Pflichten als Einengung und fühlen sich in ihrer Freiheit durch die Kinder eher bedroht“, erklärt Schmidt-Denter.

Wie sehr Enkel von den Großeltern profitieren und umgekehrt, dafür braucht man wohl kein Familienexperte oder Psychologe zu sein. Großeltern – auch wenn dies immer mal wieder gerne verneint wird – haben oftmals viel Zeit und vor allem auch die Geduld, die Eltern bedauerlicherweise häufig fehlt. Nicht nur deshalb ist die Zeit mit Oma und Opa für Enkelkinder so kostbar...

Ich persönlich konnte mit meinen beiden Omas und Opas glücklicherweise viel Zeit verbringen. Alle waren bis ins hohe Alter vergleichsweise fit und rüstig. Am kommenden Sonntag feiert meine Oma ihren 90. Geburtstag. Grund genug, um nach längerer Zeit mal wieder in meine baden-württembergische Heimat zu reisen. Wie das Rezept für ein langes und mit viel Gesundheit gesegnetes Leben wohl aussieht? Vielleicht hat es ja mit der leckeren Riebelesuppe, dem köstlichen Wurstsalat und dem vorzüglichen Marmorkuchen zu tun. Mehr als 37 Jahre trug sie die dortige Tageszeitung aus. Also wären wir wieder bei Bewegung und Sport...

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