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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 13.03.2017 auf Seite 25

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Guten Tag

Wunder gibt es immer wieder

Guten Tag

Helge Nußbaum
Helge Nuß­baumFoto: DH

Haben Sie am vergangenen Mittwoch den Jahrhunderterfolg des FC Barcelona gegen Paris St. Germain gesehen im Champions League Achtelfinale? Nach einem 0:4-Rückstand aus dem Hinspiel drehten die Katalanen mächtig auf und schrieben mit dem 6:1 im Rückspiel Europapokal-Geschichte. Alle 58 Teams, die bisher ein 0:4 im Rückspiel drehen wollten, scheiterten bisher. Nicht aber das „SMN-Trio“. Suarez, Messi und Neymar drehten mächtig auf und erzielten fünf der sechs Tore, Sergi Roberto machte in der fünften Minute der Nachspielzeit dann mit dem sechsten Treffer alles klar, nachdem Cavani zwischendurch das 1:3 für Paris besorgt hatte. „Nicht ein Comeback, sondern zwei. Tot, auferstanden, tot, auferstanden – und irgendwie stehen sie immer noch“ titelte am Donnerstag zum Beispiel der Guardian aus England. „Sensation! Barça schafft das Wunder! Ekstase pur im Camp Nou!“, schrieb der Blick aus der Schweiz. „Barça vollbringt das Wunder. Es handelt sich um die beste Mannschaft in diesem Sport im 21. Jahrhundert. Sie hat Kraft aus ihrem Glauben gezogen, wie es das zuvor auf einem Fußballfeld noch nicht gegeben hatte“, brachte La Vanguardia zu Blatte.

Doch war es wirklich ein Wunder? War es so spektakulär? Immerhin bezogen die spanischen Zeitungen Marca und AS auch den 38-jährigen deutschen Schiedsrichter Deniz Aytekin und sein Gespann mit in ihre Berichterstattung ein. Zwei Elfmeter gaben sie für Barca, einer schmeichelhafter als der andere, für Paris gab es nach einem klaren Foul hingegen keinen Strafstoß. Für die Katalanen kam einfach alles zusammen, Können, Glück, Schiedsrichterentscheidungen und eine Mannschaft aus der französischen Hauptsstadt um den deutschen Nationalspieler Julian Draxler, die mit 64,6 Prozent die unterirdischste Passquote überhaupt hatte. Paris‘ spanischer Trainer Unai Emery wurde vor drei Wochen noch frenetisch gefeiert nach seinem 4:0-Coup im Hinspiel, nun steht er vor dem Aus. So schnelllebig ist der Fußball – leider, muss man sagen.

Da Lob ich mir doch als Fan des Hamburger SV den FC St. Pauli, der als Schlusslicht zur Winterpause an Trainer Ewald Lienen festhielt und jetzt wieder über dem Strich steht. Barca wünsche ich am Freitag bei der Auslosung übrigens den FC Bayern und erinnere mich gern zurück an das Jahr 2013...

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