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Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 30.04.2017

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Kolumnen

Einfach mal ausschlafen …

Stefan Schwiersch
Ste­fan SchwierschFoto: DH

Und? konnten Sie heute mal richtig ausschlafen? Oder umtreibt Sie die senile Bettflucht ab dem ersten Sonnenstrahl? Ausschlafen hat sich in unserem Haushalt in den vergangenen sechs Jahren zum Fremdwort entwickelt, man könnte sagen: Die Schlafdauer ist proportional geschrumpft im Verhältnis zum Wachstum der Familie. Bei K1 und K2 sind zwar erste Erziehungserfolge langsam sichtbar, die poofen auch gerne mal bis neun. K3 präsentiert sich indes bisher relativ befehlsresistent. In der Regel ab sechs Uhr wird die Stimme trainiert; man könnte ja was vom Tag verpassen. Nun mag der morgendliche Appell damit zusammenhängen, dass man mit acht Monaten noch nicht allzu empfänglich ist für Elternwünsche, aber ein bisschen guter Wille ist doch wohl nicht zu viel verlangt.

Oder doch? Zumal noch nicht mal die Wissenschaftler die Funktion des Schlafs endgültig aufgeklärt haben. „Sicher ist, dass Menschen und viele Tiere schlafen müssen, um zu überleben, der genaue Grund ist jedoch noch unbekannt“, heißt es bei Wikipedia. Und weiter: „Schlafentzug ist eine verbreitete Foltermaßnahme“. Das kann ich bestätigen. Die Länge des Schlafes ist maßgeblich vom Alter abhängig. Säuglinge schlummern 14 bis 17 Stunden, jenseits der 64 Jahre reichen bereits sieben bis acht.

Auch Tiere schlafen. Obwohl man‘s nicht bei allen sieht wie bei Schlangen, Fischen oder Krebsen. Die Längen variieren: Die Giraffe benötigt keine zwei Stunden pro Tag, die Kleine Taschenmaus verpasst rund 20 Stunden des Tages. Die nahe Verwandtschaft des Menschen zum Schwein spiegelt sich auch in der Schlafdauer wider: gute achteinhalb Stunden.

Wir sind uns also einig: Schlafen ist wichtig. Er ist sogar viel mehr. „Schlafen ist eine Form der Kritik, vor allem im Theater“, meinte der irische Dramatiker George Bernhard Shaw. Von der pragmatischen Seite sieht das Thema der ehemalige Formel 1-Weltmeister Juan Manuel Fangio: „Eines der besten Mittel gegen das Altwerden ist das Dösen am Steuer eines fahrenden Autos.“

Davon rate ich ab und darf empfehlen: Schlafen Sie morgen mal richtig schön aus – es ist Feiertag!

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