Kolumnen

Neues vom Toiletten-Markt

Stefan Schwiersch
Ste­fan SchwierschFoto: DH

Veröffentlicht am

Erschienen in der HARKE am Sonntag vom 13.08.2017 auf Seite 13

Rubrik: Sport-Kolumnen

Diese „Guten Tag“-Kolumne ist wirklich etwas Wunderbares. Hier kann der extrovertierte HARKE-Redakteur ungefragt sein latentes Mitteilungsbedürfnis nach Herzenslust ausleben. Nichts und niemand schränkt uns ein. Solange wir hier keine Details aus der Lohnabrechnung des Chefredakteurs veröffentlichen oder den Abschusscode US-amerikanischen Atomkanonen verraten, gibt es thematisch eigentlich nichts, was nicht geht.

Gut, Urologie und Gynäkologie sind womöglich nicht die glücklichsten Themen für den Fühstückstisch, Metaphysik klammern wir auch eher aus, ebenso Bakteriologie (Wissenschaft und Lehre von den Bakterien), Mykologie (Wissenschaft und Lehre von den Pilzen) oder Protozoologie (Wissenschaft und Lehre von den Urtierchen). Ansonsten gibt es kaum natürliche Grenzen. Es sei denn, die liebe Frau erklärt: Treib‘s in Deiner Rubrik in Sachen Familie nicht auf die Spitze. Ist angekommen!

Wissen Sie, worüber ich in dieser Spalte schon lange nicht mehr geschrieben habe? Richtig, über den aktuellen Entwicklunsgsstand von Toilettenschüsseln. Falls Sie es nicht wussten: Da hat sich einiges getan.

Die Zeiten, in denen das örtliche Porzellan einzig als Durchgangsstation für nicht verwertete Überbleibsel von zuvor aufgenommener Nahrung diente, könnten sich dem Ende neigen. Das High-Tech-Porzellan von morgen kann zwar weder die Fenster putzen noch das Geschirr spülen (oder?), aber dennoch mehr als bisher. Hersteller Duravit hat jetzt eine Toilette vorgestellt, die zehn verschiedene Werte im hineinbeförderten Urin misst und diese gleich ans Handy schickt; ein eingebauter Teststreifen sendet die Ergebnisse via Bluetoth an eine Smartphone-App, einher kann die Empfehlung eines Arztbesuchs gehen. Gemessen werden unter anderem der Zuckergehalt (Hinweise auf Diabetes), der Ketonwert (Hinweise auf Stoffwechselprobleme) oder die Leukozytenzahl, die Hinweise auf Infekte und Entzündungen geben kann.

Nun sind wir ja seit der Erfindung der elektrischen Salzmühle allen technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen, und die 5000 Euro Anschaffungskosten des Urinaldoktors ließen sich gewiss aufbringen, notfalls über die Auflösung der gut gefüllten Konten von K1 bis K3; ich kann mir nicht vorstellen, dass meine gesundheitsbewusste Frau etwas dagegen hätte. Mir wäre nur wichtig, dass der neue Donnerbalken weder einen Überschuss an Fleischverzehr anzeigt noch eine Gemüseunterversorgung. Das würde manchen Mitbewohner nur auf dumme Gedanken bringen.

Kommentare

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar abgeben zu können.

Bereits abgegebene Kommentare:
  • Frank Nauenburg
    Frank Nauenburg am 13.08.2017 um 14:41 Uhr😂