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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 16.04.2018 auf Seite 25

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Ausnahmezustand im Revier

Guten Tag

Helge Nußbaum
Helge NußbaumFoto: DH

Gestern Nachmittag stand der Ruhrpott wieder für gut zwei Stunden still. Das 92. Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund lockte knapp 55.000 Zuschauer in die Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Nach dem spektakulärem 4:4 im Hinspiel entschied der S04 die Partie mit 2:0 für sich.

Im Vorfeld der Begegnung stieß jedoch der Anstoßzeitpunkt am Sonntag um 15.30 Uhr auf viel Unmut bei Fans und bei den Funktionären im Amateurfußball. Wie der WDR berichtete, sind rund 250 Amateurspiele im Pott vorverlegt worden, da es zu Interessenkonflikten bei Vereinen, Spielern und Zuschauern kam. Beide Bundesligisten haben zusammen knapp 300.000 Mitglieder und noch weitaus mehr Anhänger und Sympathisanten. Für viele stellte sich also die Frage: selbst spielen oder ins Stadion? Seinem Heimatverein die Daumen drücken oder vor dem Fernseher die Schwarz-Gelben gegen die Königsblauen anschauen?

Früher gehörte der Sonntag allein dem Amateurfußball, doch diese Zeiten sind schon lange passé. Die vielen Klubs, die dennoch am Sonntag ran mussten – im Ruhrpott zumeist noch auf Schlacke – rechneten jedenfalls mit erheblichen Einbußen bei den Zuschauereinnahmen und im Getränkeverkauf. „Die DFL und der DFB bezeichnen den Amateurfußball immer als Basis für den Fußball in Deutschland, treten diesen aber zumeist mit Füßen“, hieß es in einigen Statements der betroffenen Vereine.

Die Kommerzialisierung im Fußball wird sich durch nichts und niemanden aufhalten lassen, das sollte jedem Fan klar sein. Wer diesen Weg nicht mitgehen möchte, dem empfehle ich: Sky- und Eurosport-Abo abbestellen, Bundesliga-Stadien meiden und lieber beim Heimatverein um die Ecke vorbeischauen.

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