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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 15.07.2019 auf Seite 23

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Bitte hör nicht auf, Serena

Guten Tag

Stefan Schwiersch Foto: DH
Stefan Schwiersch Foto: DH
Stefan Schwiersch

Vor kurzem wurde sie 50 Jahre jung. Steffi Graf, längst über den Status einer Tennisikone hinaus, längst Deutschlands Lieblingsmensch mit Wahlwohnsitz Las Vegas. Wir lieben unsere Steffi, wir alle sind Steffi und stolz auf ihre einzigartige Karriere und ihre noch heute geltenden Rekorde.

Nicht minder stolz sind die Amerikaner auf Serena Williams, die ihrerseits eine Epoche geprägt hat. Williams hat im Tennis ebenso längst den Status einer Unsterblichen erlangt. Serena Williams ist heute 37 Jahre alt, stand 319 Wochen auf Platz eins der Weltrangliste, gewann bisher 23 Grand-Slam-Titel im Einzel, ist Mutter einer Tochter.

Was sie nicht mehr ist: die Dominatorin der Vergangenheit. Sie ist „nur“ noch die Nummer zehn der Weltrangliste und musste am Sonnabend im Finale von Wimbledon schmerzlich erfahren, dass es nicht leichter wird, sich gegen weitaus jüngere Konkurrenz zu behaupten. 2:6, 2:6 gegen die Rumänin Simona Halep. Und doch versucht sie es weiter. Aber macht das überhaupt noch Sinn?

Die Frage verbietet sich für uns Normalsterbliche, sie steht uns einfach nicht zu. Allein Serena Williams darf entscheiden, wann sie ihre unvergleichliche Karriere beendet. Eher sollte jeder Tennisfan dankbar sein für jedes weitere Match, dass die Amerikanerin noch bestreitet. Denn wie für Steffi Graf wird auch für Serena Williams irgendwann gelten: Eine wie sie, eine, die die Tenniswelt mit ihrer Emotionalität, mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Power, ihrer Geradlinigkeit und ihrer Persönlichkeit fast 20 Jahre geprägt hat, eine wie sie wird es nie wieder geben. Was für eine tolle Frau!

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