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Erschienen in der HARKE von Montag, dem 09.09.2019 auf Seite 23

Rubrik: Sport-Kolumnen

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Guten Tag

Wer hat den Mut zur neuen Stärke?

Stefan Schwiersch Foto: DH
Stefan Schwiersch Foto: DH
Stefan Schwiersch

Man erahnt, wie es Don Quijote einst ergangen sein muss, als er gegen die Windmühlen seiner Einbildung kämpfte. Dennoch bleibt die Bündelung der Kräfte im Kreis-Nienburger Fußball eines meiner Lieblingsthemen. Umso mehr freut es mich, wenn mal jemand anderes diese Diskussion eröffnet. Wie neulich anhand der These: In Nienburg gibt es zu viele Fußballvereine.

ASC und FC (den man aktuell offenbar herausrechnen muss, ), SBV Erichshagen und FC Holtorf, SCB Langendamm und schließlich Inter Komata und Sila Spor. Die aktuelle Hierarchie ist bekannt: Komata schlägt sich als Aufsteiger wacker in der Bezirksliga, das einstige Flaggschiff ASC rumpelt als U-Boot durch die Abstiegszone der 1. Kreisklasse. Nun sind nicht alle Allianzen in der Kreisstadt denkbar, schon allein, weil sich Ortsteilvereine wie Erichshagen und Langendamm dort wohlfühlen, wo sie sind. Unterdessen fällt auf, dass sich Komata sanft öffnet für Nicht-Kurden wie Linus Kramer, Darian Frielingsdorf oder Kevin Dalmann. Insofern darf der Gedanke weitergesponnen werden: Über welche Spielstärke könnte eine kombinierte Stadtmannschaft verfügen?

Das Spielchen ließe sich auf andere Regionen übertragen. Schauen wir auf die vier Samtgemeinden, die zurzeit sportlich gesehen am stärksten vertreten sind: Uchte, Rehburg-Loccum, Mittelweser und Marklohe. Alle vier verfügen über jeweils drei Kreisligisten, und es gehört nicht viel Wagemut zu der These: Aus jedem Vereinstrio ließe sich ein blühender Bezirksligist bündeln.

Doch grau ist alle Theorie, solange sich an der Denke in den Vereinen nichts ändert. Für die Klubs galt bisher das Erbhof-Prinzip: Jeder pflegt und verteidigt seinen Bestand. Doch das wird immer schwieriger, weil immer mehr Mannschaften wegbrechen; zuletzt sichtbar geworden durch die Reduktion auf nur noch eine Kreisklasse.

Bedeutet: Irgendjemand muss den ersten Schritt machen, müsste sich einen Partner für eine Allianz suchen. Man stelle sich mal vor: Münchehagen (aktuell Tabellen-dritter), Rehburg (Vierter) und Loccum (Sechster) koalierten – was könnte aus dieser Substanz für ein prächtiger Bezirksligist (samt Unterbau mit Potenzial!) entstehen …

Ein solches Konglomerat müsste jedoch unter einem eigenen Namen firmieren, weil eine Spielgemeinschaft, also eine „SG Rehburg“, oberhalb der 2. Kreisklasse nicht zulässig ist. Wer den Schritt wagen würde, müsste also seine Identität preisgeben, vergleichbar mit den Handballern des SV Aue Liebenau vorm Beitritt zur HSG Nienburg. Aue hat sich damals für die Zukunft entschieden. Und nicht für die Vergangenheit.

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