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Erschienen in der HARKE von Freitag, dem 07.12.2018 auf Seite 32

Rubrik: Südkreis

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Förster Karl-Heinz Dose (rechts) gibt die Holzmaße in seinen Tablet-PC zur weiteren Verbuchung ein.
Vorsitzender Arend Oetker weist auf die zunehmende Verfärbung der Eiche hin.

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Wiedensahl

Wiedensahler Eiche ist gefragt

Wo es anderswo nun ruhiger zugeht, herrscht in der Forstgenossenschaft Hochbetrieb: Eichen und Buchen werden eingeschlagen

Förster Karl-Heinz Dose (rechts) gibt die Holzmaße in seinen Tablet-PC zur weiteren Verbuchung ein.
Förster Karl-Heinz Dose (rechts) gibt die Holzmaße in seinen Tablet-PC zur weiteren Verbuchung ein.Foto: Ständing

Wie in jedem Jahr ist jetzt Hochsaison in der Forstgenossenschaft Wiedensahl. In der laublosen Zeit werden Eichen und Buchen eingeschlagen. Aus den bis zu 180 Jahre alten Eichenwäldern hat der Vorstand der Forstgenossenschaft, die von den Niedersächsischen Landesforsten fachlich betreut wird, etwa fünfzig stärkere Bäume genutzt. Zusammen mit Revierförster Karl-Heinz Dose vom Forstamt Nienburg werden die am Waldweg liegenden Bäume nun vermessen und für den Verkauf aufgeteilt.

Gute und fehlerfreie Stammstücke gehen zusammen mit Wertholz anderer Waldbesitzer auf die Eichen-Submission im Schaumburger Wald (siehe Kasten) zum Verkauf gegen Meistgebot. „Die zunehmenden Verfärbungen und Risse im Holz zeigen uns, dass das Holz nun genutzt werden sollte, bevor es weiter entwertet“, erläutert Dose, während er die nummerierten Stämme in seinen Tablet-Computer eintippt.

Arend Oetker, 1. Vorsitzender der Forstgenossenschaft, freut sich über eine rege Nachfrage nach Eichenholz: „Die guten Qualitäten für Furnier und Tischlerware auf der Submission im Schaumburger Wald ziehen bundesweit immer mehr Käufer an.“

Aber auch, dass ein hoher Anteil des Holzes in der Region verarbeitet wird, ist dem Vorstand wichtig. „Wir vermarkten das nicht versteigerungsfähige Eichenstammholz für Dielen, also Fußbodenqualität, an ein Sägewerk in Obernkirchen, und Eichenbauholz geht in die Nähe von Petershagen. Weitere sägefähige Stücke verarbeiten wir selbst auf Bestellung zu haltbaren Eichen-Pfählen, so dass aus einer Eichenkrone kaum Brennholz übrig bleibt“, so Oetker.

Daher kommt das Brennholz, welches die Forstgenossenschaft vermarktet, aus Pflegedurchforstung von Buchen und liegt bereits in verkaufsfähigen Einheiten am Waldweg. Damit werden rund vierzig Brennholzkunden in Wiedensahl und der weiteren Umgebung versorgt.

Dose weist auf die Bedeutung der Eiche für die Forstgenossenschaft hin. „Die schweren, aber fruchtbaren Böden sind für uns Förster sogenannte Eichen-Zwangsstandorte. Daher wird die Eichenwaldfläche eher zunehmen und die Fichte als Risikobaumart auf Dauer stark abnehmen.“ Oetker will aber nicht ganz auf Nadelwald verzichten. „Wir sind mit dem Wachstum der anderswo geschätzten Douglasie hier nicht ganz zufrieden. Eine interessante Alternative ist die Weißtanne, von der wir einige sehr vitale Altbäume haben, die sich sehr gut aussamen.“

Wenn im Frühjahr alles Holz vermarktet und aus dem Wald abgefahren ist, wird die Saison mit dem Nachpflanzen von fast 20000 Eichen, aber auch Ahorn und Hasel, abgeschlossen.

Zwei Drittel des Wiedensahler Waldes aus qualitativ gutem Holz

Die Forstgenossenschaft Wiedensahl ist 153 Hektar groß. Davon sind 135 Hektar Wald, der zu fast zwei Dritteln aus qualitativ gutem Eichen- und Buchenwald besteht. Ein Fünftel der Waldbestände sind nach dem Kriege aufgeforstete Fichte, die nach und nach durch andere Baumarten ersetzt wird.

Die Forstgenossenschaft ist in 71 ideelle Anteile aufgeteilt, die 69 Eigentümer gehören. Die Geschäfte der Forstgenossenschaft führt der gewählte Vorstand, der sich gleichzeitig auch um den Einschlag der Laubbäume, die Waldpflege, die Brennholzvermarktung und die Abgabe von Eichen-Pfählen kümmert. Dünnere Laubbäume sowie Nadelholz werden durch einen Forstunternehmer mit Holzerntemaschinen bearbeitet.

Die älteren Eichen werden gezielt genutzt, um dem Fortschreiten der Entwertung des Holzes vorzubeugen. In den Jahren 2008 bis 2011 musste viel Eiche durch das Eichensterben, eine Komplexkrankheit, die insbesondere durch Raupenfraß vom Eichenwickler und Frostspanner hervorgerufen wird, genutzt werden.

Jährlich werden dem Wald etwa 120 Kubikmeter Eichenholz, 350 Kubikmeter Nadelholz und etwa 250 Raummeter Brennholz entnommen. Alle Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem betreuenden Revierförster Karl-Heinz Dose vom Forstamt Nienburg. Die nachhaltige Waldnutzung wird alle zehn Jahre durch ein Betriebsgutachten, welches die Niedersächsischen Landesforsten in Auftrag geben, sichergestellt.

Eine historische Besonderheit im Wald ist das Schweinehirtenhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dort lebte der Wiedensahler Schweinehirt zur Zeit der Eichelmast bei den Schweinen im Wald. Das denkmalgeschützte Gebäude wird von der Forstgenossenschaft unterhalten.

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