Edda Hagebölling DH

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Kolumnen 29.04.2017 Von Edda Hagebölling

1. Mai

„Allen ein schönes langes Wochenende.“ Haben auch Sie diesen Satz immer wieder gehört, als am Freitag der Feierabend näher rückte? Und sind womöglich noch am gleichen Abend zu einer kleinen Kurzreise aufgebrochen? Der 1. Mai macht‘s möglich. Fällt er doch – wie arbeitnehmerfreundlich – in diesem Jahr auf einen Montag. Doch wissen womöglich auch Sie nur noch vage, was es eigentlich auf sich mit diesem gesetzlichen Feiertag, der eigentlich als „Tag der Arbeit“ gilt? Eine kleine Recherche im Internet bringt Klarheit. Dass der 1. Mai in Deutschland ein Feiertag ist, geht zurück auf das Jahr 1886. Damals begann in den USA am ersten Tag im Mai ein mehrtägiger Generalstreik. Um den Acht-Stunden-Tag durchzusetzen. In Chicago versammelten sich Tausende Arbeiter auf dem Haymarket. Nach zwei Tagen begann die Lage zu eskalieren. Die Polizei tötete mehrere Streikposten, und auch einige Polizisten kamen ums Leben. Bei einer Protestkundgebung am nächsten Tag warf ein Unbekannter eine Bombe. Die Polizisten gerieten in Panik und schossen um sich. Zahlreiche Menschen starben.

Im Gedenken an dieses Ereignis begingen in Europa – vier Jahre später – am 1. Mai 1890 Hunderttausende Menschen den ersten Tag der Arbeit. In Deutschland beteiligten sich rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und sogenannten Maispaziergängen.

Sie verlangten bessere Arbeitsbedingungen und ebenfalls die Einführung des Acht-Stunden-Tages. In Deutschland war zu dieser Zeit noch das Bismarck‘sche Sozialistengesetz in Kraft, das sozialistische Versammlungen verbot. Die Folge: Die Unternehmen reagierten mit Entlassungen und Aussperrungen...

Auch in Nienburg wird der 1. Mai begangen. Um 10 Uhr beginnt ein politisches Frühstück, um 11.15 Uhr schließt sich die Kundgebung an. Es geht unter anderem um Altersarmut und um prekäre Arbeitsverhältnisse. Themen, die auch im Landkreis Nienburg viele Menschen umtreiben. Weil sie betroffen sind, aber auch, weil sie soziale Ungerechtigkeit nicht einfach hinnehmen können.

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Erstellt:
29. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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