Der Elisabeth-Weinberg-Preis geht in diesem Jahr an die OBS Uchte. Foto: Runder Tisch

Der Elisabeth-Weinberg-Preis geht in diesem Jahr an die OBS Uchte. Foto: Runder Tisch

Landkreis 14.11.2020 Von Die Harke

1. Platz für „Flucht und Ankunft in Deutschland“

Elisabeth-Weinberg-Preis 2020 geht an die Oberschule Uchte

Seit 2001 wird immer am 9. November der vom „Runden Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt“ ins Leben gerufene Elisabeth-Weinberg-Preis verliehen. Dieser Preis zeichnet junge Menschen aus, die für ein gleichberechtigtes Zusammenleben und gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung von Menschen in Stadt und Landkreis Nienburg eintreten.

Auch für das Jahr 2020 wird der Preis vergeben, wenngleich die öffentliche Preisverleihung corona-bedingt in diesem Jahr ausfallen muss. Die Jury, bestehend aus Landkreis und Stadt Nienburg, Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt, Kirchenkreis Nienburg, Bürgerstiftung und Werner Ehrich Stiftung sowie Vertreterinnen und Vertretern des Jugend-, Kreis- und Stadtschülerrates, beschäftigte sich im Oktober mit den in diesem Jahr eingereichten drei Projektvorschlägen von der OBS Loccum, der OBS Uchte und der Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau.

Die Klasse 6a OBS Loccum hatte sich zum Thema „Eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit der Entfernung von Nazisymbolen in der Schule beschäftigt und darüber einen Film gedreht.

Schülerinnen und Schüler der OBS Uchte setzten sich im Rahmen einer AG mit der Situation und der Geschichte von Geflüchteten an ihrer Schule auseinander und erstellten dazu eine Wanderausstellung, die auch an anderen Schulen gezeigt werden soll.

Das Projekt Imagine – International Youth Arts Projekt der Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit: 21 jugendliche Kunstschülerinnen und Kunstschüler aus Belarus, Ukraine und Deutschland sowie 15 ehemalige NS-Opfer aus Belarus (die als Jugendliche verfolgt wurden) setzten sich inhaltlich und künstlerisch mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zwangsarbeit in der Pulverfabrik Liebenau auseinander und erstellten dazu eine Gemäldegalerie.

Die Jury würdigte alle drei vorgeschlagenen Projekte als vorbildlich im Sinne des Elisabeth-Weinberg-Preises und sah sich mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, einem der drei Vorschläge den Preis zuzusprechen. Nach ausführlicher und teils auch kontroverser Diskussion wurde die Entscheidung getroffen, den Elisabeth-Weinberg-Preis 2020 an die OBS Uchte für ihr Projekt „Flucht und Ankunft in Deutschland“ zu vergeben. „Die Jury stellte dazu fest“, so Anne-Mieke Bremer vom „Runden Tisch gegen Rassismus und Rechte Gewalt“, dass sich das Projektthema sehr intensiv mit der ausgewählten Thematik auseinandersetzt. Durch das Einbinden persönlicher Geschichten entstehe Lebens- und Praxisnähe. Besonders hervorgehoben wurde außerdem die ansprechende Gestaltung der einzelnen Roll Ups der Wanderausstellung, die auch an anderen Schulen gezeigt werden kann.

Dieses entspräche wesentlichen Kriterien für die Vergabe des Elisabeth-Weinberg-Preises – Vorbildcharakter, Eigeninitiative und Nachhaltigkeit.

Alle drei Projekte sollen im nächsten Jahr bei anderen Gedenkveranstaltungen noch einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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Erstellt:
14. November 2020, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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