Ein Geldschein aus der früheren DDR. Ehmken Hoff

Ein Geldschein aus der früheren DDR. Ehmken Hoff

Dörverden 29.09.2017 Von Die Harke

100 Jahre deutsches Geld

Ausstellung morgen und am 8. Oktober

Schon als Kind hatte Karl-Heinz Rengstorf das erste Erlebnis mit dem großen Geld. Auf dem Heuboden fanden die Schwester und er ein Bündel mit „Billionen“ Scheinen. Die Oma nahm den Kindern das Geld ab, erklärte nur: „Mit Geld spielt man nicht“ und warf es in den Ofen. In der Ausstellung von Rengstorf im Kulturgut [DATENBANK=5685]Ehmken Hoff i[/DATENBANK]st Notgeld aus der Zeit von 1914 bis 1918 (Erster Weltkrieg) zu sehen. Das Monopol zum Gelddrucken ist normalerweise nur der Regierung vorbehalten.

In diesen Notzeiten hat der Staat das Drucken auch anderen erlaubt. Ohne Münzen wäre sonst das normale Einkaufen nicht möglich gewesen. Weil die kaiserliche Regierung aber zur Finanzierung des Krieges die Silbermünzen benötigte, wurden diese einbehalten.

Ebenso wurden die Nickel- und Kupfermünzen eingezogen und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Deshalb verschwanden die Münzen und dafür wurden Notgeld-Scheine gedruckt.

Neben Sparkassen haben Kaufleute, Gemeinden, Landkreise, Gewerkschaften und Heimatvereine Geld gedruckt. Eine weitere Zeitspanne der Ausstellung umfasst 1920 bis 1922, nach dem verlorenen Krieg.

Die Motive auf den Geldscheinen sind sehr unterschiedlich. Aus dem Kreis Diepholz sind Schweine auf den Geldscheinen abgedruckt, in der Lüneburger Heide wurden touristische Motive gewählt.

Die Stadt Achim wählte das Bauernviertel und landwirtschaftliche Details als Motive auf ihren Geldscheinen. Die Sparkasse Verden nahm Motive vom Dom, der Lätare Spende und der Hinrichtung im Sachsenhain auf ihren Geldscheinen. Nach 1922 wurde kein Notgeld mehr gedruckt. Durch die Inflation verlor das Geld rasch an Wert. Die Restbestände an Notgeld wurden einfach umgewandelt: Aus 10 Mark wurden 100 000 Mark.

Weil die Reichsbank dann keine andere Möglichkeit sah, wurden Scheine mit Billionen in den Umlauf gebracht.

Der Sammler Karl-Heinz Rengstorf hat in diversen Bilderrahmen seine „Geldschätze“ aufbewahrt.

Die Vernissage zur Ausstellung findet morgen um 15 Uhr statt. An diesem Tag und am 8. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr, können Besucher den Hobby-Historiker persönlich antreffen.

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Erstellt:
29. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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