Vertreter des WABE-Netzwerks trafen sich jetzt zur Demokratiekonferenz im Nienburger Kreishaus. WABE

Vertreter des WABE-Netzwerks trafen sich jetzt zur Demokratiekonferenz im Nienburger Kreishaus. WABE

Nienburg 07.12.2017 Von Die Harke

100.000 Euro Fördermittel verfügbar

Konferenz des Netzwerks WABE im Nienburger Kreishaus / 23 Projekte wurden im vergangenen Jahr unterstützt

Bei der jüngsten Demokratiekonferenz des [DATENBANK=147]WABE[/DATENBANK]-Netzwerkes im Kreishaus in Nienburg nutzten zahlreiche Kommunalpolitikerinnen und -politiker sowie andere Netzwerkakteure die Möglichkeit, sich über die WABE-Projekte diverser Vereine und Institutionen zu informieren. Mehr als ein Dutzend Projekte wurden vor Ort von Aktiven vorgestellt, teilt WABE mit. Nienburgs [DATENBANK=5]Landrat Detlev Kohlmeier[/DATENBANK] hob zunächst die Herausforderungen des vergangenen Jahres mit rechtsextremen Aufmärschen, Gewalt und Hassreden hervor und zeigte sich andererseits erfreut, dass es der Stadtverwaltung und dem Rundem Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg gelungen sei, gemeinsame Strategien gegen rechtsextreme Aufmärsche zu entwickeln.

Karin Labinsky-Meyer, stellvertretende Landrätin des Landkreises Verden, wies insbesondere auf die Bedeutung von WABE im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage“ hin.

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann zeichnete die Geschichte des Netzwerkes nach, das als Reaktion auf einen Immobilenkauf und weiteren rechtsextremen Umtrieben an der Grenze zwischen den beiden Landkreisen Nienburg und Verden entstanden ist.

Die WABE-Koordinierungs- und Fachstelle gab anschließend einen Überblick zu den Strukturen, Aktivitäten und den geförderten Projekten im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“.

Insgesamt seien im laufenden Jahr 23 Projekte aus dem Aktions- und Initiativfonds mit mehr als 50.000 Euro gefördert worden. Zusätzlich gab das Jugendforum Mittel aus dem Jugendaktionsfonds für sechs Jugendprojekte frei, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beantragt wurden. Das Jugendforum, bestehend aus acht Jugendlichen und jungen Erwachsenen, hatte 6000 Euro zur Verfügung.

Anschließend gab es einen Ausblick auf 2018: WABE sieht „eine deutliche Schwächung rechtsextremer Parteien“, insbesondere NPD und „Die Rechte“ hätten an Einfluss verloren. Daran ändere auch der Aufmarsch der Rechten in Nienburg zu Beginn des Jahres nichts. Rechte Subkulturen und Rechtspopulisten hätten dagegen Zulauf.

Insgesamt halte sich die Zahl der Rechtsextremisten stabil. Problematisch sei vor allem die Zunahme rechter Gewalttaten. Diese hätten sich laut Verfassungsschutzbericht in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. In Niedersachsen sei die Situation besonders drastisch.

Während bundesweit die Hälfte der Rechtsextremisten vom Verfassungsschutz als gewaltbereit eingeschätzt werden, gelten in Niedersachsen laut aktuellem Verfassungsschutzbericht mehr als zwei Drittel als gewaltbereit.

Rechtsextreme Strukturen seien im stetigen Wandel. Von Seiten der Koordinierungs- und Fachstelle wurden verschiedene Beispiele dieses Wandels benannt.

Unsicherheiten im Umgang mit Rechtsradikalen und Rechtspopulisten würden zunehmen. Grenzen verwischten angesichts neuer gesellschaftlicher Probleme. Mit Verweis auf zunehmende Gewalt und der Kooperation von Rechtspopulisten und Neonazis im Straßenwahlkampf vor Ort zeigte die Koordinierungs- und Fachstelle die Herausforderungen für 2018 auf. Diese sollen mit einer deutlichen Orientierung auf das Grundgesetz und die Menschenrechte bearbeitet werden.

Als besonderes Beispiel guter Kooperation von Verwaltung und Zivilgesellschaft wurde die gemeinsame Kampagne von Stadt und „Rundem Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt“ mit dem Titel „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“ hervorgehoben.

Zum Schluss der Veranstaltung wurden das Handlungskonzept und die Ziele für die WABE Partnerschaft für Demokratie einstimmig beschlossen.

Für das Jahr 2018 könne laut WABE von einer Förderung in Höhe von 100.000 Euro durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgegangen werden. Deshalb könnten geeignete Vereine Verbände und Institutionen ab sofort Anträge bei WABE stellen, um Projekte zu realisieren, die die beschriebenen Ziele verfolgen.

[DATENBANK=1796]Kreisrat Thomas Klein[/DATENBANK] freute sich zum Abschluss über „eine gelungen gut besuchte Veranstaltung, bei der Theorie und lokale Praxis fundiert verknüpft worden sind“.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.wabe-info.de und können telefonisch erfragt werden unter (04231) 12456.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.