Über Spielwaren, Nützliches und Süßigkeiten können sich die Kinder in den Empfängerländern freuen. Fotos: Schmidetzki

Über Spielwaren, Nützliches und Süßigkeiten können sich die Kinder in den Empfängerländern freuen. Fotos: Schmidetzki

Landkreis 26.12.2020 Von Nikias Schmidetzki

1160 Zeichen der Nächstenliebe

Dank „Weihnachten im Schuhkarton“ bekommen notleidende Kinder Geschenke aus dem Landkreis

Ein Schuhkarton ist nicht unbedingt das, was sich die meisten Kinder zu Weihnachten wünschen – es sei denn vielleicht, darin befinden sich die topaktuellen Sneakers, die Mama und Papa sonst nicht kaufen würden, oder ein paar neue Tanzschuhe.

Aber sonst: Die Freude würde sich wahrscheinlich in Grenzen halten. Ganz anders ist das bei Kindern, deren Weihnachtsfest sonst trist wäre, die ohne den Inhalt jenes Kartons gar keine Geschenke erhielten. Kinder in Not aus Ländern, in denen die Menschen häufig in großer Armut leben. Für sie ist vor Jahren die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ins Leben gerufen worden.

Sie ist Teil der weltweit größten Geschenkaktion für bedürftige Kinder „Operation Christmas Child“, die 1990 gestartet wurde und seit 1993 von der amerikanischen Hilfsorganisation „Samaritan’s Purse“ organisiert wird. 1996 hat sie auch Deutschland erreicht. Die Aktion versteht sich nicht als Entwicklungshilfe, sondern als Geschenkkampagne, bei der auch die Weihnachtsbotschaft der Nächstenliebe vermittelt werden soll.

Wichtig ist, dass die verpackten Geschenke nicht unterwegs kaputt gehen könnten.

Wichtig ist, dass die verpackten Geschenke nicht unterwegs kaputt gehen könnten.

Kinder in wirtschaftlich schlechter Lage sollen dadurch auch ein schönes Fest haben, Süßigkeiten, Spielzeug und neue Kleidung inklusive. Die Kartons sind dabei übrigens in der Regel schön verpackt und weit mehr als nur eine reine Transportkiste. Weltweit sind seit 1993 in 160 Ländern zusammen über 15 Millionen Geschenkboxen an Kinder verteilt worden.

Allein aus dem Landkreis Nienburg sind in diesem Jahr 1160 Kartons auf die Reise gegangen. Das schon starke Ergebnis des Vorjahres wurde damit noch einmal übertroffen. An verschiedenen Stellen des Landkreises haben Gruppen und Vereine gesammelt. Die Fäden laufen meist in Nienburg zusammen. Im Normalfall sortieren hier etwa ein Dutzend Ehrenamtliche die Kartons, überprüfen die Inhalte und tauschen gegebenenfalls Dinge aus, die nicht verschickt werden dürfen.

Essbares, was bald abläuft, gehört nicht in den Karton.

Essbares, was bald abläuft, gehört nicht in den Karton.

Kaputtbare Geschenke sollen etwa nicht enthalten sein, ebenso Lebensmittel, die bald ablaufen oder Seife, deren Geruch auf Essbares abfärben kann. Was nicht versendet werden darf, wird an Einrichtungen in der Region gespendet – hilft also auch noch.

Anders in diesem Jahr: Die Packaktion wurde auf eine Woche gestreckt, damit Ann-Christin Kipka, die gemeinsam mit Elvira Flaig die Fäden der Organisation in den Händen hält, mit ihrer Familie packen konnte.

Ausgefallen sind – ebenfalls aufgrund der Corona-Bestimmungen – zahlreiche Sammelaktionen in Supermärkten, wo Kunden sonst ein Teil mehr kaufen und für die Aktion abgeben konnten. Besondere Unterstützung gab es dennoch wieder von kleineren und großen Betrieben.

Die Geschenke werden zur zentralen Sammelstelle gebracht.

Die Geschenke werden zur zentralen Sammelstelle gebracht.

Sammeln und Spenden: Das hat am Ende dafür gesorgt, dass die Schnapszahl von 1111 aus 2019 übertroffen wurde. Und noch etwas kommt hinzu: Ohne Geldspenden sähe es schlecht aus mit der Umsetzung: „Denn die Schuhkartons brauchen auch das ‚Porto‘, mit dem sie zu den Empfängerkindern gelangen können. Die Logistik ist ein großer finanzieller Faktor“, betont Ann-Christin Kipka.

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Erstellt:
26. Dezember 2020, 16:49 Uhr
Lesedauer:
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