Wenn die Maurerarbeiten der „Hochzeitsschmiede“ fertig sind, soll die Schmiedeeinrichtung eingebaut werden. Sommerfeld

Wenn die Maurerarbeiten der „Hochzeitsschmiede“ fertig sind, soll die Schmiedeeinrichtung eingebaut werden. Sommerfeld

Liebenau 21.12.2018 Von Die Harke

1.200 Stunden geleistet

Liebenauer „Hochzeitsschmiede“ in die Winterpause geschickt

Mit dem Bau der „Hochzeitsschmiede“ im Garten von „Witten Hus“, einem baulichen Schmuckstück der besonderen Art, hat sich der Liebenauer Heimatverein ein weiteres Stück Bewahrung traditioneller Heimatgeschichte vorgenommen. Nach zahlreichen Stunden freiwilliger Eigenleistungen hat der Verein das Bauwerk nach eigenen Angaben jetzt in die Winterpause geschickt. Jahrhundertelang galt Liebenau als Hauptort der Sensenmanufaktur im Königreich Hannover, bevor 1913 die letzte Reck- und Schleifmühle in der Ortsmitte ihren Betrieb einstellen musste (DIE HARKE berichtete).

Im Wappen des Fleckens erscheint der Heilige Laurentius, der nicht von ungefähr auch der Schutzheilige der Schmiede ist. In Erinnerung an dieses vor mehr als 100 Jahren ausgestorbene Handwerk ist im Flecken und darüber hinaus der „Sensenschluck“, ein würziger Magenlikör, kreiert worden.

Nachdem eine Liebenauer Firma das Fachwerk zum Teil erneuert und errichtet hatte, feierte der Verein anlässlich seines 40. Gründungsjahres bei schönstem Sommerwetter Richtfest. Anschließend wurde das Dach eingedeckt. Mehr als 20 freiwillige Helfer waren zum Teil in schwindelerregender Höhe einen ganzen Tag lang mit dem Einhängen der historischen Dachpfannen beschäftigt.

„Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden mehr als 1200 Stunden Eigenleistung erbracht“, hat Vereinsvorsitzender Joachim Dude zusammengezählt. Dazu gehören auch viele Maurer- und andere Arbeitsstunden, die während der jetzigen kalten Jahreszeit mehrere Monate ruhen werden.

Besonders freut sich der Verein über einen Anruf, den der Vorsitzende nach Erscheinen eines Zeitungsartikels im HARKE-Heimatboten erhielt: Darin bot eine Leserin aus Steyerberg dem Verein die komplette Schmiedeeinrichtung ihres Vaters unter der Voraussetzung an, dass sie nach entsprechendem Ab- und Aufbau erhalten bleibt. „Da haben wir natürlich sofort dankbar zugegriffen“, sagt Vorsitzender Dude. Somit kann nach Beendigung der Maurerarbeiten im nächsten Jahr mit dem Einbau begonnen werden.

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Erstellt:
21. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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