Landkreis 22.12.2017 Von Die Harke

1494 Menschen im Landkreis beziehen „Alters-Hartz-IV“

Altersarmut auf dem Vormarsch: 1494 Menschen im Landkreis Nienburg sind derzeit neben ihrer Rente auf Grundsicherung im Alter („Alters-Hartz-IV“) angewiesen. Das hat die [DATENBANK=6511]Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätte[/DATENBANK]n mitgeteilt. Die NGG Hannover bezieht sich auf Angaben des Statistischen Landesamts. Demnach blieb die Zahl der Bezieher von Grundsicherung in den vergangenen zehn Jahren weitgehend konstant – trotz guter Konjunkturentwicklung. [DATENBANK=6810]NGG-Geschäftsführerin Claudia Tiedge[/DATENBANK] nennt die Zahlen einen „Weckruf“ und fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

„Zwar ist die Rentenkasse so gut gefüllt wie lange nicht, aber Geringverdiener profitieren kaum von der nächsten Erhöhung“, sagt Tiedge. Gerade Frauen und Alleinerziehenden bleibe trotz vieler Arbeitsjahre der Gang zum Sozialamt häufig nicht erspart. Verschärfen dürfte sich die Lage in den nächsten zwei Jahrzehnten: Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung werde das Armutsrisiko besonders für die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre ansteigen – von aktuell 15 auf 20 Prozent im Jahr 2036. Als armutsgefährdet gilt ein Rentner, dessen Netto-Einkommen unter 958 Euro monatlich liegt.

Die Gewerkschaft plädiert für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. „Das Rentenniveau – also der Anteil der späteren Rente am Netto-Verdienst – muss unbedingt stabilisiert werden. Im Moment sind es 48 Prozent – langfristig sollten wir eher auf 50 Prozent kommen“, sagt Tiedge. Die Politik müsse dringend handeln: Denn die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Rentenversicherungsbericht noch von einem Absinken des Rentenniveaus auf 44,6 Prozent bis zum Jahr 2031 aus.

„Enorm wichtig ist aber auch die betriebliche Altersvorsorge. Sie ist ein großer Schutz gegen Altersarmut – gerade wenn sie fest im Tarifvertrag verankert ist“, betont Tiedge. So habe die NGG tarifliche Zusatzrenten etwa in der Süßwaren- und Getränkeherstellung durchgesetzt.

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Erstellt:
22. Dezember 2017, 21:00 Uhr
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