Autor Pastor Hartwig Helfritz (links) und Friedel Rippe stellen die Kirchenchronik vor. Im Hintergrund der Altar und zwei der drei Fenster von 1998 im Chorraum. Achtermann

Autor Pastor Hartwig Helfritz (links) und Friedel Rippe stellen die Kirchenchronik vor. Im Hintergrund der Altar und zwei der drei Fenster von 1998 im Chorraum. Achtermann

Eitzendorf 02.12.2017 Von Horst Achtermann

150 Jahre St.-Georgs-Kirche

Kirchengemeinde Eitzendorf feiert am 17. Dezember Jubiläum / „Büchlein“ von Pastor Hartwig Helfritz erschienen

Der [DATENBANK=4273]Dörpsverein Eitzendorf[/DATENBANK] hat das „Büchlein“, wie es der Autor Pastor Hartwig Helfritz liebevoll nennt, herausgegeben. Das „Büchlein“ ist die 150-jährige Geschichte der St.-Georgs-Kirche zu Eitzendorf von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Anregung kam von Friedel Rippe.

Friedel Rippe, jahrzehntelang im Kirchenvorstand, davon über zwanzig Jahre als Vorsitzender, sagte bei der Vorstellung im Gespräch mit der HARKE am Sonntag: „Schon vor zwölf Jahren habe ich davon gesprochen (Helfritz war von 1996 bis 2006 Pastor in Eitzendorf, Anm. d. Red.) und vor drei Jahren habe ich meinen Vorschlag noch einmal in Erinnerung gebracht.“ Aus dem Flyer ist mehr geworden, als nur eine Betrachtung der Kirche.

Im ersten Teil entdeckt Hartwig Helfritz die St.-Georgs-Kirche zu Eitzendorf. Darin enthalten sind viele Einzelheiten und Besonderheiten, die vielen Einwohnern nicht bekannt sein dürfen, erkennt auch Friedel Rippe. So hat das Gotteshaus in Eitzendorf die Hausnummer 69. Wieso nicht die Nummer 1, weil die Hausnummern des 19. Jahrhunderts nach Konskriptionsnummern (Auflistung der Hofstellen nach der Versicherung bei der Landschaftlichen Brandkasse) vergeben wurden.

1905 erschien von Pastor Johannes Wilhelm Emil Soltmann die „Geschichte des Kirchspiels Eitzendorf bei Hoya, verbunden mit einer Übersicht über die politische und kirchliche Entwicklung des angrenzenden Gebietes, besonders des Kreises Hoya“. Im Dorf heißt sie bis heute „der Soltmann“, vorbildlich für Chroniken hat Helfritz bei seinen Arbeiten erkannt.

Es geht um die Anfänge des Kirchspiels, 1200 wurde eine Pfarre gegründet. Bei Soltmann erscheint es, so Helfritz, dass die 1200 erbaute kleine Kapelle mehrere Jahrhunderte unverändert geblieben, bis 1496 unter dem letzten katholischen Priester, Dietrich Klingenberg, durch die Errichtung eines Gewölbes und Chores, ausgebaut wurde.

1861 hatte man geplant, so ein Entwurf des Kirchenarchitekten Hase, ein neues größeres Kirchenschiff an den alten Turm anzufügen. Im Übrigen hat Hartwig Helfritz die zeichnerische Darstellung von Hase über den geplanten Kirchenbau im Jahr 1861, Friedel Rippe für seine Verdienste bei der Presseinfo über das „Büchlein“ geschenkt. In alten Archiven (1932 bis 1986) hat Helfritz gesucht und vieles gefunden. „Gar nicht einfach, alles in Sütterlinschrift“, so der Autor.

Der jetzige Taufstein, vermutlich aus der Zeit vor 1500, also älter als das Kirchengebäude, stammt aus der alten Kirche, war auf einer Hofstelle gelandet. Er kehrte 1958 zurück. Der Taufsteinsockel wurde im Küstergarten gefunden, wo er als Türtritt genutzt worden war.

„Alter Taufstein, neue Taufschale, das stellt sehr schön diese Verbindung her zu denen, die über die letzten 500 Jahre hier getauft wurden“, schreibt Pastor Helfritz. Kanzel und Altar sind aus den gleichen Baumaterialien wie eigentlich die ganze Kirche, so wie C. W. Hase es wollte, nämlich in Backsteingemäuer.

So sind an den Pfeilern in 25 Backsteinschichten über 100 verschieden Bausteine verwendet worden, erklärt Helfritz. In anderen Bauten sind dieselben oder ähnliche Beispiele zu finden, so in Eickeloh, die Zwillingskirche zu Eitzendorf.

Im Jahr 1959 folgte die Trennung der Bänke und die Schaffung des Mittelganges. Die Chorfenster – wie moderne Bilder – wurden 1998 erneuert. „Es gelang Barbara Schönian, Farben und Formen des vorhandenen Kirchenraumes in Form- und Farbensprache der Glasfenster zu wiederholen“, schreibt Autor Helfritz.

Die Folkert-Becker-Orgel von 1868 wurde mehrfach im Gesamtwerk überholt und 2011/2012 restauriert. Die Pastoren wurden von Hermann Denker 1525 bis Friederike Werber ab 2006 namentlich aufgeführt. Unter anderem im Staatsarchiv Hannover hat Hartwig Helfritz über Hausnummern und Häuserlisten gegraben. Dieser „weltliche Teil“ veranlasste Friedel Rippe zu der Feststellung, dass man diese Chronik über die Kirche in Eitzendorf durchaus als „Lexikon über Eitzendorf“ bezeichnen könnte.

Die Glocke aus Bronze von 1794 sei eine der wenigen Stücke aus der alten Eitzendorfer Kirche. Sie wurde eindeutig für Eitzendorf in Bremen gegossen und wurde damals auch nicht zur Verschmelzung abgeholt.

Die Kirchengemeinde bedankt sich für die Spenden bei Handwerkern aus Eitzendorf, Martfeld und Wechold und bei der Hoya-Diepholzsche Landschaft Nienburg.

Die Chronik ist ab sofort in einer Auflage von 500 Büchern mit je 65 Seiten für 11,90 Euro zu kaufen bei: Kirchengemeindebüro, nach Gottesdiensten in der Kirche, bei Friedel Rippe Eitzendorf 112, Telefon 0 42 56/2 16, und beim Dörpsverein, Eitzendorf 137, Telefon 0 42 56/98 22 96.

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Erstellt:
2. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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