Edda Hagebölling DIE HARKE

Edda Hagebölling DIE HARKE

Nienburg 07.04.2019 Von Edda Hagebölling

15.000 Euro

Zumindest die Betroffenen erinnern sich noch gut. Weil das Abitur nach 8 Jahren eingeführt war (G8), fand der Abiball 2011 im „Saal 2000“ statt. Die bis dahin gern gebuchten Örtlichkeiten waren dieses Mal viel zu klein, hatten doch gleich zwei komplette Jahrgänge auf einmal ihre „Reifeprüfung“ abgelegt. Die „alten“ G9-Absolventen nach Klasse 13 und die „kleinen“ G8-Gymnasiasten nach Klasse 12. Die Wirtschaft hatte festgestellt, dass Deutschlands Abiturienten zu alt sind, wenn sie die Schule verlassen, und die Politik hatte nichts Eiligeres zu tun, als von jetzt auf gleich das Abitur nach Klasse 12 zu beschließen.

Im Sommer 2020 erleben wir das andere Extrem. In Nienburg und Stolzenau wird es kein Abitur geben. Der 12. Jahrgang wechselt einfach in den 13. über. Eine Abschlussprüfung gibt es nicht. Mittlerweile hat besagte Wirtschaft nämlich festgestellt, dass Deutschlands G8-Gymnasiasten noch nicht reif genug sind, um im Berufsalltag bestehen zu können, und prompt dürfen die jungen Leute wieder 13 Jahre zur Schule gehen.

Eine Sonderstellung nimmt allerdings das Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya ein. Dorthin konnten laut Erlass des Kultusministeriums all die Schülerinnen und Schüler überwechseln, die ihr Abitur unbedingt 2020 absolvieren wollen oder deren Abschluss in diesem Jahr gefährdet gewesen wäre. Denn wer sein Abitur in diesem Jahr in Nienburg oder Stolzenau nicht schafft, muss dank der Umstellung von G 8 auf G 9 gleich zwei Jahre dran hängen.

Von diesem Hin und Her überhaupt nicht betroffen war die BBS. Dort konnte das Abitur schon immer erst nach Klasse 13 erworben werden.

Dass die G 8-Regelung wieder vom Tisch ist, wird allgemein begrüßt. Jeder gönnt den „lieben Kleinen“, wieder 13 Jahre zur Schule gehen zu dürfen. Allerdings ist zumindest in Nienburg überhaupt noch nicht klar, wie der Zuwachs räumlich aufgefangen werden soll. Während es in Hoya wohl keine Probleme geben wird und Stolzenau signalisiert, dass die Kapazitäten zwar reichen, jedoch nicht jede Klasse einen eigenen Klassenraum bekommen kann, wähnt man den 13. Jahrgang an der ASS bereits in Containern. Und das MDG gibt zu bedenken, dass seine jungen Leute schon jetzt an drei Standorten unterrichtet werden.

Aufmerksam machten möchte ich noch kurz auf den Bericht auf Seite 9. Die zentrale Gedenkstätte auf den Wallanlagen in Nienburg soll umgestaltet und um ein Mahnmal für die Opfer der Nationalsozialisten erweitert werden. Und zwar so, dass Schulen ihren Unterricht dorthin verlegen könnten. Die Verantwortlichen hoffen, dass Ganze auf Spendenbasis realisieren zu können. 15.000 Euro sind veranschlagt. Das sollte doch wohl zu schaffen sein.

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Erstellt:
7. April 2019, 07:33 Uhr
Lesedauer:
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