Die Arbeitslosenquoten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit. Dabei reichte die Spanne der Quoten im Dezember von 3,9 Prozent in Verden bis 6,2 Prozent in Nienburg. Foto: Arbeitsagentur

Die Arbeitslosenquoten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit. Dabei reichte die Spanne der Quoten im Dezember von 3,9 Prozent in Verden bis 6,2 Prozent in Nienburg. Foto: Arbeitsagentur

Landkreis 05.01.2021 Von Die Harke

15,5 Prozent mehr Arbeitslose als 2019

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent

Mit dem Berichtsmonat Dezember neigt sich ein Jahr voller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen dem Ende. Die Corona-Pandemie hat nach Mitteilung der Arbeitsagentur nicht nur das alltägliche Leben beeinflusst, sondern auch Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt zur Folge gehabt.

Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen ist im Dezember im Vormonatsvergleich wieder leicht angestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden waren im Berichtsmonat 12154 Personen arbeitslos gemeldet, 76 oder 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Vormonat. Vor einem Jahr waren es 1659 Männer und Frauen weniger, das bedeutet einen Anstieg von 15,5 Prozent.

Im Landkreis Nienburg sind im Berichtsmonat im Vergleich zum Monat November die Arbeitslosenzahlen gestiegen. Im Dezember waren 3602 Männer und Frauen im Kreisgebiet arbeitslos, 43 mehr als im Vormonat. Im Vorjahr waren 505 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen.

Trotz des Anstiegs der Arbeitslosenzahlen liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 5,3 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie im Dezember bei 4,6 Prozent.

Die Kreis-Nienburger Betriebe meldeten im Betrachtungszeitraum Dezember 222 neue Stellen, 53 weniger mehr als im November. Vor einem Jahr wurden 221 Arbeitsangebote gemeldet.

Dezember 2019 weniger Menschen arbeitslos als in 2020

Bei den Arbeitsagenturen in Nienburg, Stolzenau und den Gemeinden Hoya und Eystrup, dem Bereich der Arbeitslosenversicherung, ist der Bestand an Arbeitslosen im Vergleich zum November ebenfalls gestiegen. Im Dezember waren 1.577 Männer und Frauen arbeitslos.

Im Vormonatsvergleich stellt dies einen Anstieg um 59 Personen oder 3,9 Prozent dar. Im Vorjahr waren 330 Personen weniger arbeitslos.

Bei dem für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcenter ist die Zahl der Erwerbslosen im Berichtsmonat hingegen leicht gesunken. Im Dezember waren hier 2025 Personen arbeitslos, 16 weniger als im November. Der aktuelle Wert liegt aber mit 175 Arbeitslosen über dem Vorjahreswert.

Im Landkreis Nienburg haben 77 Betriebe zum Stichtag am 28. Dezember Kurzarbeit für bis zu 669 Personen neu angezeigt. Seit April sind im Kreis somit 1271 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, wovon bis zu 15.119 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Die konkrete Anzahl der Betroffenen lässt sich laut Arbeitsagentur erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten angeben, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, die Abrechnung der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Arbeitsmarkt weiter durch Corona beeinflusst

„Auch im Monat Dezember stellen wir fest, dass das Arbeitsmarktgeschehen weiterhin von der Pandemie beeinflusst wird“, erklärt Harald Büge, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden. „Der moderate Anstieg der Arbeitslosenzahlen in diesem Monat umfasst jedoch noch nicht vollständig die Auswirkungen des zweiten Lockdowns. Diese werden vermutlich erst im Januar zu sehen sein. Mit Blick auf die Vorjahreswerte wird aber schon heute sichtbar, dass die Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem höheren Niveau liegt“, ergänzt Büge.

Die Arbeitslosenquote für den Bereich der Arbeitsagentur Nienburg-Verden liegt aktuell unverändert bei 4,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,0 Prozent.

Die Betriebe im Bezirk der Arbeitsagentur meldeten im Berichtsmonat 832 neue Stellen, 61 weniger als im November. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden hingegen 25 Arbeitsplätze weniger gemeldet.

Im Dezember ist die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Betriebe um 336 gestiegen. Von den neuen Anzeigen auf Kurzarbeit könnten bis zu 3040 Personen betroffen sein. Insgesamt haben seit April bis zum Stichtag am 28. Dezember 5284 Betriebe für bis zu 67437 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur angezeigt.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, aber beispielsweise gerade an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, lag im Dezember bei 15727 Personen. Das waren 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Als unterbeschäftigt gelten auch viele Flüchtlinge, die in Kursen Sprach- oder Berufskenntnisse erwerben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen“, heißt es abschließend von der Arbeitsagentur.

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Erstellt:
5. Januar 2021, 17:03 Uhr
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