20 Corona-Infektionen im Kreis Nienburg

20 Corona-Infektionen im Kreis Nienburg

Die Zahl der Infizierten ist im Kreis Nienburg vergleichsweise gering – ein Grund mehr, die angeordneten Maßnahmen weiter strikt zu beachten. Foto: peterschreiber.media - stock.adobe.com

Im Landkreis Nienburg ist die Zahl der aktuellen Infektionen mit dem Coronavirus von 19 auf 20 gestiegen. Nach Auskunft von Kreispressesprecher Cord Steinbrecher gibt es drei neue bestätigte Fälle (Stand Donnerstagnachmittag 17 Uhr), sodass es insgesamt 25 Infizierte gab beziehungsweise gibt.

Die Zahl der Genesenen ist demgegenüber von drei auf fünf gestiegen, weshalb es derzeit 20 Infizierte gibt. Zwei Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der angeordneten Quarantänen liegt bei 235, 94 sind inzwischen aufgehoben worden. Empfohlene Quarantänen gibt es zurzeit vier.

Im Gegensatz zu anderen Landkreisen hält der Nienburger nach wie vor daran fest, nicht anzugeben, in welchen Kommunen die einzelnen Infizierten leben. „Wenn die Zahlen nicht explodieren, behalten wir das auch so bei“, sagt Steinbrecher.

Auch wenn es im hiesigen Landkreis vergleichsweise wenig Infizierte gibt, hält Steinbrecher an seinem Appell fest, weiter Kontakte zu anderen Menschen zu meiden. „Das sollte man ernst nehmen“, so der Kreissprecher. Eine Einschätzung darüber, warum der Landkreis vergleichsweise gut dasteht, möchte Steinbrecher nicht abgeben: „Das wäre reine Spekulation.“

Er betont aber auch noch einmal, dass die Gerüchte nicht stimmen, die sagen, dass die Zahlen so niedrig seien, weil nicht getestet werde. „Jeder, der soll, wird getestet. Den Termin dafür und auch den anschließenden Befund gibt es in der Regel innerhalb eines Tages“, sagt der Kreissprecher. Im Durchschnitt werden 25 Personen pro Tag getestet und gearbeitet werde in der Zentralen Abstrichstelle an sieben Tagen in der Woche, je vier Stunden pro Tag.

Der Nachbarkreis Minden-Lübbecke meldete mit Stand Donnerstag, 11 Uhr, 223 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. 37 Infizierte sind nach dieser Statistik bereits genesen. In den einzelnen Kommunen bietet sich folgendes Bild: Bad Oeynhausen 21 Fälle, Espelkamp 23, Hille 14, Hüllhorst elf, Lübbecke 35, Minden 58, Petershagen 14, Porta Westfalica fünf, Preußisch Oldendorf vier, Rahden sieben und Stemwede 31.

„Vier Patienten befinden sich zurzeit in stationärer Behandlung im Johannes-Wesling-Klinikum auf der Isolierstation, zwei werden heute entlassen. Aktuell befindet sich kein Patient auf der Intensivstation“, hieß es gestern aus der Pressestelle des Nachbarkreises.

Aus anderen Landkreisen in der Nähe wurden folgende Zahlen gemeldet: Seit dem 26. März gibt es 15 laborbestätigte Corona-Fälle im Heidekreis, wie die Pressestelle des Landkreises am Donnerstagnachmittag selbst über die BIWAPP-App mitteilte.

Für weitere Landkreise in der Nachbarschaft meldete das niedersächsische Gesundheitsministerium am Donnerstagnachmittag (Stand 14 Uhr) die folgenden Zahlen: Im Landkreis Verden lag die Zahl der Infizierten bei 43 (eine Zunahme von sechs gegenüber dem Vortag).

Im Landkreis Schaumburg lag die Zahl unverändert bei 36, und in der Region Hannover waren es 557 (114 mehr als am Mittwoch). Insgesamt gab es am Donnerstag 2726 laborbestätigte Covid-19-Fälle (413 mehr im Vergleich zu Mittwoch) in ganz Niedersachsen.

Der Landkreis Diepholz meldete am Donnerstagabend neun neue Corona-Erkrankungen. Damit steigt die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 111.

Die Infektionen verteilen sich mit 24 Fällen in der Gemeinde Weyhe, 16 in der Gemeinde Stuhr, 14 in der Stadt Diepholz, 11 in der Stadt Bassum, neun in Syke, jeweils acht in den Städten Twistringen, Sulingen und der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde sowie 13 weiteren Fällen im übrigen Landkreisgebiet. Bisher konnten 30 der Betroffenen aus der Quarantäne entlassen werden. In stationärer Behandlung befinden sich aktuell 18 Patienten mit einem Corona-Verdacht oder einer bestätigten Infektion, davon werden vier intensivmedizinisch behandelt.

„Es werden die größten Anstrengungen unternommen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und den betroffenen COVID-19-Patienten zu helfen“, so Landrat Cord Bockhop: „Der mit Abstand wichtigste Faktor in dieser Zeit ist ein besonnenes Handeln, auch der Bürgerinnen und Bürger.“

In den vergangen Tagen habe es jedoch Meldungen über Personen gegeben, die sich aufgrund eines Corona-Verdachts an ihren Hausarzt wenden, aber weiterhin am öffentlichen Leben teilnahmen. „Generell gilt: Personen, die Symptome zeigen, sollten sich nicht in der Öffentlichkeit aufhalten“, erklärt Dr. Daniel Tabeling, Leiter des Gesundheitsamts. „Es ist völlig unverständlich, dass Verdachtspersonen, die von ihrer hausärztlichen Praxis an das Testzentrum überwiesen werden, sich nicht direkt in häusliche Absonderung begeben.“