Daniel Litzinger / pixelio.de dpa

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09.01.2013 Von Alan Smithee

2012 – „Katastrophenjahr“ für Elektroautos?

PR-Artikel Der Fokus benannte 2012 als „Katastrophenjahr“ für Elektroautos. Brennende Batterien, Insolvenzen und schlechte Verkaufszahlen sollen die Euphorie der Branche deutlich gedämpft haben. Ob es wirklich so schlecht um die Stromer steht, hat eine Studie der Hochschule Aalen nun untersucht – mit überraschenden Ergebnissen.

Tatsächlich sind die Verkaufszahlen für Elektroautos in diesem Jahr immer noch zu niedrig, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen im Jahre 2020 – Kenner der Branche haben diese politische Marke längst als unrealistisch abgetan. Scheiternde Pilotprojekte, Pannen bei der Produktion und nicht zuletzt die zahlreichen negativen Schlagzeilen malen die Zukunft des Elektroautos schwarz.

Wie können mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden?

Weiterhin sind sich auch die praktischen Anreize für den Kauf eines Elektroautos immer noch gering. So haben die Stromer nach wie vor eine geringe Reichweite, und Deutschland verfügt noch nicht über ein ausreichendes Netz, um die Elektrofahrzeuge zu versorgen.

Die Forschergruppe „Energy for future Mobility“ führte nun eine Studie durch und befragte die deutsche Bevölkerung, was getan werden müsse, um diese zum Umstieg auf ein Elektroauto zu bewegen. Die Antworten der 1.200 Befragten zeichneten ein für die Politik überraschendes Bild.

Denn anders als angenommen ist die Reichweite eines der ausschlaggebendsten Kriterien beim Kauf eines Elektroautos. Bislang sind Wissenschaftler immer davon ausgegangen, dass eine Reichweite von 100 km reiche, da die durchschnittlichen Strecken der Deutschen Autofahrer eher kurz sind. Die Aalener Studie ermittelte nun aber, dass 96,7 Prozent der Pkw-Fahrer nur zum Umstieg bereit wären, wenn das Elektroauto dieselbe Reichweite hätte wie ihr bisheriger Pkw.

Weiterhin vermeldete die Forschungsgruppe, dass den potenziellen Elektroauto-Kunden der Benzinpreis wesentlich wichtiger ist als bisher angenommen. Sollte dieser weiter steigen, gibt es ein wachsendes Interesse am Kauf eines Elektroautos. Der Benzinpreis spielt bei den Befragten eine größere Rolle als staatliche Zuschüsse oder eine niedrigere Kfz-Steuer.

Wirtschaft steht im Handlungszwang

Insgesamt sind die Befragten sich einig, dass ihr Elektroauto die Kosten eines Pkws nicht überschreiten darf, weder in Anschaffung noch in laufenden Kosten. Weiterhin werden staatliche Zuschüsse zu Elektroautos erwartet. Diese verlieren jedoch in der Wichtigkeit, je höher das Einkommen ist – ab einem bestimmten Monatsgehalt sind staatliche Zuschüsse bei der Kaufentscheidung irrelevant.

Der Projektinitiator Dr. Karlheinz Bozem gab gegenüber dem Tagesspiegel noch einen weiteren wichtigen Grund für das zurückhaltende Kaufinteresse bekannt: Durch die vielen negativen Schlagzeilen würden potenzielle Käufer verunsichert und sähen in der Anschaffung eines Elektroautos ein zu hohes Risiko.

Die Verantwortung für den Kauf von Elektroautos trägt also, anders als bisher angenommen, vor allem die Wirtschaft. Der Benzinpreis und die technische Ausstattung der Stromer bestimmen die Kaufentscheidungen. Diese Ergebnisse der Studie könnten die Pläne der Politik dahin gehend beeinflussen, sich dem schleppenden Anlauf der Elektroautos von anderen Perspektiven zu nähern.

Dass politische Entscheidungen jedoch ebenfalls eine hohe Wichtigkeit besitzen, zeigt ein Ländervergleich von www.autoscout24.de. Denn in Norwegen haben politische Maßnahmen zu einem hohen Anstieg der Elektroauto-Verkaufszahlen geführt. Doch auch in Deutschland sollten diese nun weiter ansteigen. Wer sich für Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb interessiert, kann sich bei Autohäusern in seiner Umgebung über diese informieren. Es findet sich eine regionale Übersicht auf http://www.autoscout24.de/regional/.

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Erstellt:
9. Januar 2013, 12:03 Uhr
Lesedauer:
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