3D Drucker in der Medizin - Medizinprodukte nach Maß gedruckt

3D Drucker in der Medizin - Medizinprodukte nach Maß gedruckt

pixabay.com / splotramienny

Eine Vielzahl an medizinischen Anwendungen erfuhr dank der 3D-Drucktechnologie nicht nur eine massive Verbesserung, sie wurden überdies sogar entschieden günstiger. Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Patienten und deren Vorteile, denn immer mehr medizinische Produkte werden individuell auf Maß angefertigt, weshalb oftmals die Rede von „personalisierter Medizin“ ist. Wie diese aussieht und was die 3D Druck Medizin bereits leisten kann, erklärt sich nachfolgend.

Der medizinische 3D-Druck - wie Mediziner jetzt nach Maß drucken können

Seine Tauglichkeit in der Praxis hat der 3D-Drucker insbesondere bereits in der Herstellung von nachfolgenden drei Medizinprodukten unter Beweis gestellt:

Eine individuelle hochgradige Gestaltung ermöglicht der 3D-Drucker nicht nur bei Bein- und Armprothesen, sondern auch Hörgeräten, Gebisse und künstlichen Hüftgelenken. Fehlende oder geschädigte Körperteile können in bester Qualität und in beinah perfekter Passgenauigkeit für den betroffenen Patienten individuell angefertigt werden. Gleichermaßen zeigt sich auch bei den temporären Skelettstützen (Orthesen), eine entscheidende qualitative Verbesserung. Vor dem 3D-Druckverfahren stellten genannte Medizinprodukte ausschließlich ein Kompromiss dar, denn da es sich in der Regel um Standardgrößen handelte. Die Bedürfnisse eines jeden Patienten können dank der 3D Druck Medizin so auf den Millimeter genau berücksichtigt werden.

Medizinische Werkzeuge, Instrumente, Geräte und Implantate

Bewährt haben sich in der Chirurgie auch Implantate aus dem 3D-Drucker, die in einem Höchstmaß passgenau hergestellt werden können. Gleiches gilt zudem für behandelnde Ärzte, die auf exakt angepasste Behandlungswerkzeuge zurückgreifen können. Bei Schnitten z.B. die äußerst umsetzbar sind, hat sich das individuell produzierte Schneidewerkzeug bereits als ein wahrer Segen herausgestellt. Ebenso wie das zugehörige Näh- und Injektionswerkzeug.

3D gedruckte Organe

Was den 3D-Druck bei Organen betrifft, zeigt sich gerade diese Möglichkeit, als äußert interessant in der Öffentlichkeit. Organe, die auf höchst präzise und „maßgeschneiderte“ Art und Weise im 3D-Druckverfahren hergestellt werden, stellt eine wahre Sensation dar. Sind die sogenannten Raumdaten des Organs dem Arzt vorliegend, steht einer Herstellung eines „Echtformmodells“ nichts mehr entgegen. Der Organaufbau kann so entschieden besser dargestellt und beurteilt werden. Das Resultat sind Operationen, die besser geplant werden können und auch innerhalb der Heilungschance erhöht sich die Wahrscheinlichkeit.

Die Implantation von Organen aus dem 3D-Drucker

Was das Implantieren von Organen aus dem 3D-Druckverfahren angeht, ist hier derzeit noch von Zukunftsmusik zu sprechen. Basierend auf der Idee, von dem betreffenden Organ ein Collagemodell zu drucken, welches im Anschluss bepflanzt werden soll, und zwar mit Stammzellen. Kommt es hier zu einem technologischen Durchbruch, wäre das ein Paukenschlag, der weltweit zu hören wäre. Spenderorgane, die nicht nur verfügbar sein müssen, sondern auch noch frei von Abstoßung sein müssen, wären dann in der Zukunft kein Thema mehr. Selbst Bauchspeicheldrüsen, Lungen, Nieren, Lebern und Herzen, die schwer geschädigt sind, können mit der 3D-Drucktechnologie einfach, schnell und vollständig ersetzt werden. Bis 3D gedruckte Organe allerdings zu einem medizinischen Standardeingriff geworden sind, wird noch viel Zeit vergehen. Jedoch sind sich Experten einig, dass das auf jeden Fall eines Tages der Fall sein wird.

Sicherlich werden heute jeden Tag bereits viele Organe mit dem 3D-Drucker produziert, doch diese dienen derzeit einzig nur als Anschauungsmodell, um beim Operieren eine möglichst perfekte Vorbereitung erzielen zu können.