48 Stunden beschwerdefrei

48 Stunden beschwerdefrei

Matthias Brosch DH

Wenn jemand eine Krankheit hat, ist Bettruhe bekanntermaßen die beste Medizin. Es kommt jedoch regelmäßig vor, dass dieser Grundsatz missachtet wird – vor allem von den Erwachsenen. Alle Jahre wieder sind deshalb offensichtlich auch Schreiben von Leitungen der Kindertagesstätten und Schulen nötig, die Eltern daran erinnern, ihre Mädchen und Jungen nicht zu früh wieder in die Einrichtungen zu schicken. Traurig, aber wahr. „Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Kind nach einer fiebrigen oder ansteckenden Krankheit wie einer Magen-Darm-Grippe gemäß Paragraf 34 des Infektionsschutzgesetzes 48 Stunden beschwerdefrei sein muss“, teilte kürzlich eine Kita im Landkreis den Erziehungsberechtigten mit und erinnerte daran, dass alle mit der Unterschrift im Betreuungsvertrag von dieser Regelung Kenntnis erhalten hätten.

Weiter hieß es im freundlichen, aber bestimmten Ton: „Kranke Kinder gefährden die anderen Kinder und unsere Erzieherinnen. Ein Kind, das sich am Vorabend übergeben oder Fieber hatte, braucht Ruhe und Erholung und kann nicht die Kindertagesstätte besuchen.“ Bei allem Verständnis für die Situation von Berufstätigen, „aber auch wir kommen an unsere Grenzen“.

Besonders bitter stieß der Kita-Leiterin auf, dass Eltern teilweise bewusst falsche Angaben zur Krankheit ihres Kindes gemacht hatten. Von daher kann ihre Ankündigung, dass kranke Mädchen und Jungen künftig konsequent abgeholt werden müssten, nur begrüßt werden. Darüber gibt es keine zwei Meinungen.

Bedenklich ist wiederum, wenn Eltern in einem solchen Fall dann nicht zu erreichen sind, wie jüngst eine Grundschule bemerken musste. Verantwortungsbewusstsein sieht anders aus.