Die Hälfte der abgegebenen Wasserproben wies zu viel Nitrat auf. Foto: Pixabay

Die Hälfte der abgegebenen Wasserproben wies zu viel Nitrat auf. Foto: Pixabay

Landkreis 10.11.2020 Von Die Harke

Die Hälfte der Proben hatten zu hohe Nitratwerte

BUND-Kreisgruppe analysiert Wasser aus Brunnen: 48 Prozent der Proben liegen über dem Trinkwasser-Grenzwert

Die Nienburger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) bietet die Untersuchung privater Brunnen gegen eine geringe Gebühr an.

Die jüngste Probenannahme fand am 17. Oktober in Nienburg statt. „Die Nachfrage war mit 48 Proben, trotz Corona-Einschränkungen, überraschend hoch. Und die meisten Proben kamen nicht aus Nienburg, sondern aus dem Landkreis von Hoyerhagen bis Stolzenau, von Rodewald bis Steyerberg“, teilt der BUND mit.

Die ehrenamtlich Aktiven des BUND-Wasserlabors, Wilfried Dohrmann, Kurt Körber und Anja Thijsen, waren bis in den späten Abend am Analysieren. Unterstützt wurden sie bei der Probenannahme durch Helmut Mörchen.

Das Ergebnis laut BUND: Die Hälfte der getesteten 48 Brunnen hätte eine zu hohe Nitratbelastung mit über 50 Milligramm pro Liter gezeigt, 19 Prozent davon sogar Werte über 100 Milligramm pro Liter, also mehr als das Doppelte der in der Trinkwasserverordnung zugelassenen Konzentration.

Vier Prozent aller Brunnenwasserproben hätten stark erhöhte Nitritwerte. Besonders negativ sei diesmal der Gehalt an Ammonium gewesen: Bei 33 Prozent der Proben seien Werte oberhalb der für Trinkwasser erlaubten Grenze gemessen worden.

Das für die Region typische eher saure Wasser, oft dazu mit einem hohen Eisengehalt, könne zu Nutzungseinschränkungen führen. Für Bewässerungen im Garten sei dieses Wasser aber meist ohne Probleme verwendbar. Das Wasser auch benachbarter Brunnen könne eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung und Qualität haben, sodass Verallgemeinerungen nicht möglich seien.

Der BUND fordert: „Da die hohe Nitratbelastung hauptsächlich auf die Düngung zurückgeht, ist es erforderlich, durch Änderung der Düngepraxis in Gärten und Landwirtschaft den Eintrag von Stickstoff in das Grundwasser zu vermindern. Sonst werden die hohen Nitratwerte im oberflächennahen Grundwasser bald auch die tieferen Trinkwasserspeicher belasten.“

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Erstellt:
10. November 2020, 16:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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