„Vielen Dank für Ihren Tipp über die Storchenführung in Haßbergen mit Ursel Hackbarth. Die Führung war nicht nur äußerst informativ, es ist uns auch ein besonderer Schnappschuss eines erwachsenen Storches mit ganz viel Futter im Schnabel im Anflug auf sein Nest gelungen“, schreibt HamS-Leserin Ingrid Lohse. Ingrid Lohse

„Vielen Dank für Ihren Tipp über die Storchenführung in Haßbergen mit Ursel Hackbarth. Die Führung war nicht nur äußerst informativ, es ist uns auch ein besonderer Schnappschuss eines erwachsenen Storches mit ganz viel Futter im Schnabel im Anflug auf sein Nest gelungen“, schreibt HamS-Leserin Ingrid Lohse. Ingrid Lohse

Landkreis 29.06.2019 Von Die Harke

54 Brutpaare – 114 Jungstörche

Storchenbeauftragter Dr. Reinhard Löhmer zieht erfreuliche Zwischenbilanz / „Ostzieher“ mussten um Nester kämpfen

In seiner Zwischenbilanz mit Stand 25. Juni erwartet Dr. Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter für den Landkreis Nienburg, ein sehr gutes Brutergebnis. Dr. Löhmer schreibt:

Rückkehr der Störche und Horstbesetzung

Wegen des milden Winters sind die „Westzieher“ schon ab Anfang Februar zurück gekommen. Bis zum 10. März waren sie nahezu vollzählig auf den Nestern. Viele von ihnen haben auch schon in der letzten Märzdekade komplette Gelege gehabt und mit der Brut begonnen.

Der Anteil der „Ostzieher“, der den Winter in der Sahelzone im Raum Tschad / Süd-Sudan verbracht hatte, kam ab dem 20. März zurück. Auffällig war dann, dass es in diesem Frühjahr wieder einmal eine größere Anzahl Ostzieher gegeben hat, die erst Ende April/Anfang Mai angekommen sind. Sie waren bis Südafrika gezogen und kamen wegen der größeren Entfernung entsprechend später zurück.

Fast alle Vorjahresnester waren zu diesem Zeitpunkt bereits besetzt. Die Neuankömmlinge mussten um Nester kämpfen. Das wird ein Grund dafür sein, warum es in neun Nestern keine Jungen gibt.

Auffällig sind in diesem Jahr die vielen Neugründungen im Landkreis. Es gibt acht neue Neststandorte: Eystrup (Sportplatz), LLiebenau, Nienburg-Schäferhof, Rehburg, Steimbke-Sonnenborstel, Stolzenau-Müsleringen, Raddestorf-Glissen, Huddestorf.

Im Landkreis Nienburg hat sich Anzahl aller Brutpaare (mit und ohne Junge) auf nunmehr 54 erhöht – elf mehr als 2018. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent und ist populationsbiologisch gesehen ein gewaltiger Sprung. Nur neun Paare sind zum gegenwärtigen Stand ohne Junge geblieben.

Brutsituation

Die „Frühbrüter“ hatten schon in der letzten April-Dekade Junge. Sie sind jetzt fast flügge. Daneben gibt es dann eine größere Anzahl von Paaren, die erst Anfang Mai Eier gelegt haben. Ihre Jungen sind Anfang/Mitte Juni geschlüpft und werden Mitte/Ende August ausfliegen.

Das Wetter war zwar im Mai teilweise kalt und windig. Das hatte aber nur begrenzte Auswirkungen, weil es keine Dauernässe gegeben hat. Kälte und Nässe sind bei Jungstörchen die häufigste Todesursache im Nest.

Durch die Trockenheit während der Jungaufzucht stand der Regenwurm weniger zur Verfügung. Dafür gab und gibt es aber die Feldmaus in großer Anzahl. Mäusejahre sorgen bei den Störchen bekanntermaßen für einen guten Bruterfolg.

Vorläufig sind im Landkreis Nienburg 114 Jungstörche gezählt worden. 2018 waren es 83. Noch ist die Zahl nicht endgültig, weil die Jungen so unterschiedlich entwickelt sind und es noch Verluste geben kann. Dennoch kann man sagen, dass 2019 ein äußerst erfolgreicher Jahrgang wird mit einer in historischer Zeit nie da gewesenen Reproduktionsrate.

Weniger Todesopfer

Die Ursachen für diesen „Boom“ im Bestand, der für viele Nachbarkreies ebenfalls gilt, sind nicht endgültig geklärt. Durch die Überwinterung im spanischen Raum sind für die Westzieher die Zugwege wesentlich kürzer geworden. Dadurch hat sich die Zahl der Todesopfer verringert und mehr westziehende Störche kommen zurück.

Auffällig ist weiterhin, dass immer mehr jüngere, zweijährige Störche schon zur Brut schreiten. Diese „Frühreife“ hat die Anzahl der Brutvögel erhöht.

Schließlich ist auffällig, dass die ganz jungen Jahrgänge, die früher im afrikanischen mediterranen Raum verblieben sind und damals frühestens im Juni/Juli in Mitteleuropa einmal auftauchten, jetzt schon mit den älteren Brutstörchen ins Geburtsgebiet ziehen. Sie halten sich während der Brutzeit in Trupps bei uns auf, sind bei Aktivitäten der Landwirte (Feldbestellung, Mahd) sofort in größerer Anzahl zu sehen, stören mitunter die Brutpaare oder versuchen sich auch schon einmal als „Verlobungspaare“ mit Nestbau und Paarungsverhalten aber ohne Gelege.

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Erstellt:
29. Juni 2019, 21:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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