Peter Uslar, Mathias Littmeyer (Fischfarm Albe) und Dr. Markus Diekmann (von links) waren dabei, als Carsten Brauer, Willi Sperber (Stolzenau) und Walter Hanebutt (Rehburg), Jungaale vom Boot aus in ihr neues Heimatgewässer einsetzten. Fischereiverein

Peter Uslar, Mathias Littmeyer (Fischfarm Albe) und Dr. Markus Diekmann (von links) waren dabei, als Carsten Brauer, Willi Sperber (Stolzenau) und Walter Hanebutt (Rehburg), Jungaale vom Boot aus in ihr neues Heimatgewässer einsetzten. Fischereiverein

Nienburg 08.07.2019 Von Die Harke

540.000 Aale in die Weser eingesetzt

Fischereiverein „Grafschaft Hoya“ setzt sich für Erhalt der Fische ein

Mit gutem Beispiel für den Schutz und Erhalt des europäischen Aals in der Weser ging auch in diesem Jahr der Fischereiverein „Grafschaft Hoya“ voran. Zwischen Landesbergen und Hingste hatte der Obmann der Fischereiaufseher Peter Uslar (Schessinghausen) mit Unterstützung vieler Ehrenamtlicher des Anglervereins Nienburg sowie mit Booten der Berufsfischerfamilien Brauer, Dobberschütz (Nienburg) und Janke (Dörverden) sowie des THW Hoya an mehreren Einsetzstellen 540.000 Jungaalen mit einem Gewicht von je 1,5 Gramm in ihr neues Zuhause gesetzt. „Finanziell gefördert wird der Aalbesatz aus EU- und Landesmitteln“, betonte Markus Diekmann vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Hannover. Darüber hinaus leiste der norwegische Energiekonzern Statkraft eine finanzielle Entschädigung für Aale, die durch Turbinen der Wasserkraftwerke Landesbergen, Drakenburg und Dörverden verletzt oder getötet werden.“

Bleibt nun zu hoffen, dass die eingesetzten Jungaale nachhaltig in der Weser heranwachsen und der Großteil von hier nach etwa sieben Jahren als Blankaal zum Ablaichen in das Sargasso-Meer wieder abwandern können“, schreibt der Fischereiverein in einer Pressemitteilung.

Weiter heißt es: „Über kaum eine andere Fischart wird in Fachkreisen und der Öffentlichkeit so viel diskutiert, wie über den europäischen Aal. Grund ist der dramatische Rückgang dieses Fisches in seinem Verbreitungsgebiet. Die Hauptursache dafür wird mit dem drastisch zurückgegangenen Zustrom von Aallarven aus dem Sargasso-Meer nordöstlich der Bahamas begründet.

Von hier wandern sie innerhalb von drei Jahren mit dem Golfstrom über eine Entfernung von rund 7000 Kilometern bis an die Küsten Europas, um inzwischen zum Glasaal herangewachsen, in die europäischen Flüsse aufzusteigen. Und hier beginnt das Dilemma: Das Interesse vieler Länder in Asien an Glasaalen für ihre Aufzuchtfarmen, die europäische Aquakultur, menschlicher Konsum in Form von Pizza-Belägen, sowie illegaler Fang und Verkauf führen dazu, dass rund 80 Prozent der Glasaale bereits vor den Mündungen der europäischen Flüsse abgefischt werden.

So gelingt nur 20 Prozent der Glasaale ein natürlicher Aufstieg in unsere Flusssysteme. Und hier haben Querverbauungen zur Stromgewinnung zusätzlich schwerwiegende Beeinträchtigungen der Lebensräume für den Aal hervorgerufen.“

„Der Aal ist und bleibt der Brotfisch der in unserem Landkreis ansässigen Familienfischereibetriebe und die bevorzugte Beute unserer Angler“, betont Michael Rehaag, Vorsitzender des Fischereivereins „Grafschaft Hoya“ in Nienburg. „Ihn zu hegen, zu pflegen, aber auch als ein hochwertiges Nahrungsmittel zu erhalten“, so Rehaag, „haben sich Berufs- und Angelfischer zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht“.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sei der Besatz auch der Weser mit Jungaalen die wirksamste Maßnahme, um den Fortbestand der Aalbestände in diesem Flusssystem zu sichern. „Bewusst sehen wir von Besatzmaßnahmen mit Glasaalen ab, da diese für die sich in der Weser immer mehr verbreitenden invasiven Grundeln ideales Fressgut sind“, erklärt Carsten Brauer (Landesbergen), Vorsitzender des Niedersächsischen Fischereiverbandes.

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Erstellt:
8. Juli 2019, 22:56 Uhr
Lesedauer:
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