Hermann Brockmann ist der neue Storchenbeauftragte für den Landkreis Nienburg. Im Frühjahr trat der Leiter der Revierförsterei Harbergen die Nachfolge von Dr. Reinhard Löhmer an. Der Hannoveraner hatte das Amt über 50 Jahre lang inne. Foto: Hagebölling

Hermann Brockmann ist der neue Storchenbeauftragte für den Landkreis Nienburg. Im Frühjahr trat der Leiter der Revierförsterei Harbergen die Nachfolge von Dr. Reinhard Löhmer an. Der Hannoveraner hatte das Amt über 50 Jahre lang inne. Foto: Hagebölling

Nienburg 13.06.2020 Von Edda Hagebölling

60 von kreisweit 90 Nestern besetzt

Hermann Brockmann ist Nienburgs neuer Storchenbeauftragter

Noch ist er per GPS unterwegs zu den Storchennestern im Landkreis Nienburg. Und noch kennt er nicht jeden Ansprechpartner vor Ort, doch er ist überzeugt, dass sich das spätestens zum Ende des Sommers geändert haben wird. Im März trat Hermann Brockmann die Nachfolge von Nienburgs langjährigem Storchenbeauftragten Dr. Reinhard Löhmer an. Kollege Jörg Brüning hatte ihn gefragt, ob das nicht die adäquate Aufgabe für den bevorstehenden Ruhestand wäre.

Der Leiter der Revierförsterei in Harbergen brauchte nicht lange zu überlegen. Dass er auch für die Zeit nach der Pensionierung eine Aufgabe braucht, die ihn ein wenig fordert, stand ohnehin fest. Und so folgte das NABU-Mitglied Brockmann der Anregung des BUND-Kreisvorsitzenden Brüning – im Hauptberuf Leiter der Revierförsterei Grinderwald – und kümmert sich in dieser Saison erstmals um die Weißstörche im Landkreis Nienburg. Zuhause ist der neue Storchenbeauftragte mittlerweile in Erichshagen-Wölpe. Im Hinblick auf den bevorstehenden Ruhestand tauschten er und seine Frau bereits vor rund drei Jahren das Leben im Forsthaus gegen ein neues Leben in einem ganz normalen Einfamilienhaus.

Dank der Aufzeichnungen, die sein Vorgänger ihm überlassen hat, weiß Hermann Brockmann bereits, dass es im Landkreis Nienburg mittlerweile 90 Storchennester gibt. Zum Vergleich: In den 1990-er Jahren waren es ganze sechs.

Von den 90 Nestern sind in diesem Jahr 60 besetzt. Im vergangenen Jahr waren es 55. Wie viel Jungtiere geschlüpft sind, kann Brockmann noch nicht sagen. Und auch nicht, wie viel am Ende auch wirklich ausfliegen werden.

Wegen Trockenheit nicht genug Futter

Da die Trockenheit auch den Störchen zu schaffen macht, geht Hermann Brockmann davon aus, dass die Storcheneltern das eine oder andere Jungtier aus dem Nest werfen werden, weil sie nicht alle ernähren können. Bevorzugte Nahrung sind Regenwürmer und Heuschrecken.

Auch hat sich bereits die eine oder andere Tragödie zugetragen. In Möhlenhalenbeck wurde beispielsweise ein Altstorch bei einem Unfall am Bein verletzt, und in Schamerloh ist ein Altvogel sogar zu Tode gekommen. Die Eier wurden daraufhin in die für den Landkreis zuständige Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht.

„Auch bei Tieren, die in der freien Natur zuhause sind, gehören Tragödien zum Leben dazu“, gibt Hermann Brockmann zu bedenken.

Allgemein geht man von einer Sterblichkeit von 50 Prozent aus.

2019 sind im Landkreis Nienburg 117 Jungstörche ausgeflogen. Wie viel es in diesem Jahr sein werden, wird der Storchenbeauftragte auch in dem Bericht vermerken, den er nach Abschluss des Storchenjahres 2020 für den Landkreis zusammenstellt. Auch DIE HARKE am Sonntag wird spätestens dann darüber berichten.

Den perfekten Überblick über das Leben der Storchenfamilie oberhalb der Langen Straße hat Petra Thies. Die Nienburgerin wohnt im Haus gegenüber und schaut aus ihrem Fenster genau auf das Storchennest. Drei Jungstörche wurden für dieses Jahr ausgemacht. Genau wie im Jahr 2019.

Wie sich die Storchenpopulation in Nienburgs Innenstand entwickelt, ist der Tafel zu entnehmen, die der NABU unterhalb des Nestes angebracht hat. Sie wird Jahr für Jahr auf den aktuellen Stand gebracht.

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Erstellt:
13. Juni 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
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