616 Mal zu schnell unterwegs

616 Mal zu schnell unterwegs

Das Foto zeigt eine von mehreren Kontrollstationen der Polizei. Polizei Stolzenau

Erschreckende Bilanz: 616 Geschwindigkeitsverstöße haben Beamte des Polizeikommissariats Stolzenau in der jüngsten Verkehrssicherheitswoche in ihrem Zuständigkeitsbereich festgestellt. Der traurige Spitzenreiter war ein Fahrer auf der Steyerberger Ortsumgehung, der mit 108 Kilometern pro Stunde gemessen wurde. Erlaubt ist dort eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde. Insgesamt 30 Fahrer waren mit einer so hohen Geschwindigkeit unterwegs, dass ihnen ein Fahrverbot droht, heißt es in der Bilanz des Polizeikommissariats Stolzenau. Neben der Steyerberger Umgehung lag ein Schwerpunkt bei Tempoverstößen in der Ortsdurchfahrt von Lohhof in der Samtgemeinde Uchte. Mit Unterstützung von Bereitschaftspolizei, Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg und Landkreis hatten die Beamten im Zeitraum vom 8. bis 14. April insgesamt rund zehn wechselnde Kontrollstellen im Nienburger Südkreis sowie in Leese und Landesbergen eingerichtet. Gemessen wurde insbesondere an Unfallschwerpunkten.

Dabei handelte es sich um Stellen, in denen sich in der Vergangenheit Unfälle mit Schwerverletzten oder gar tödlich verletzten Personen ereignet hatten. Weiterhin wurden auch Beschwerden von Anwohnern über Raserei mit in die Planung und Festlegung der Messstellen einbezogen, die sich als durchaus berechtigt erwiesen.

Außer zu hoher Geschwindigkeit ahndeten die Beamten, dass in 17 Fällen ein Mobiltelefon während der Fahrt benutzt wurde und 23 Verkehrsteilnehmer keinen Gurt angelegt hatten. Zudem wurde drei Fahrzeugführern die Weiterfahrt untersagt, da diese unter dem Einfluss alkoholischer Getränke standen. Insgesamt waren rund 90 Beamte im Einsatz. Erfreulich: Ein Großteil der erwischten Autofahrer hätte sich bei den Kontrollen einsichtig gezeigt, so die Stolzenauer Polizei.

Grundlage für die Kontrollwoche war die Verkehrssicherheitsinitiative (VSI) 2020. Die VSI 2020 sieht vor, die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen deutlich zu reduzieren. Um diese Zielsetzung zu erreichen, fanden im Bereich des Polizeikommissariats schwerpunktmäßige Kontrollen in Hinblick auf Geschwindigkeit, Nichtanlegen von Rückhaltesystemen und Benutzung von Mobiltelefonen statt. Ein Blick auf die Zahlen im Jahr 2018 lässt vermuten, dass vor allem Geschwindigkeit zu einer der Hauptunfallursachen zählt. Im Bereich des PK Stolzenau ereigneten sich insgesamt 956 Unfälle.

Davon waren 49 Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Auf Grundlage der vielen Geschwindigkeitsüberschreitungen steht für die Polizei fest, dass weiterhin Aufklärungsarbeit im Hinblick auf Hauptunfallursachen geleistet werden müsse. Dies solle nicht nur durch konsequente Ahndung der Verstöße erreicht werden. Vielmehr solle auch in Zukunft das präventive Gespräche gesucht werden und dadurch eine Sensibilisierung des Gefahrenbewusstseins eines jeden Verkehrsteilnehmers erreicht werden.