Das Abfallaufkommen des Landkreises Nienburg im landesweiten Vergleich.

Das Abfallaufkommen des Landkreises Nienburg im landesweiten Vergleich.

19.07.2015

894,4 Kilo Abfall - pro Person und Jahr

Abfallbilanz 2014: 107 Kilo Restmüll, 35 Kilo "Wertstoff" / BUND-Vorsitzende geht nie ohne Dose zum Markt

Nienburg. 107 Kilo Restmüll, 53 Kilo Sperrmüll, 80 Kilo Altpapier, 24 Kilo Altglas, 35 Kilo Abfall für die gelbe Tonne und 315 Kilo Grünund Bioabfälle. Das sind die Mengen Abfall, die jeder Bürger des Kreises Nienburg im vergangenen Jahr produziert hat. Rechnet man allein den Restmüll – also den Müll, der in Bremen verbrannt wird – auf die Gesamteinwohnerzahl hoch, kamen allein 2014 12,9 Millionen Kilo oder umgerechnet knapp 13 000 Tonnen Restmüll zusammen. Eine stattliche Menge. Im niedersachsenweiten Vergleich aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt, wie eine weitere Statistik verdeutlicht. Sie stammt zwar aus dem Jahr 2013, lässt sich aber in etwa auch auf 2104 übertragen.

Niedersachsenweit hat jeder Bürger mit 157 Kilo Hausmüll umgerechnet ein Drittel mehr produziert.

Vorbildlich waren die Menschen im Kreis Nienburg, was das Aufkommen an Grüngut und Bioabfällen angeht. Während es der Niedersachse 2013 auf 151 Kilo kompostierbaren Abfalls brachte, lag der Nienburger mit rund 250 Kilo deutlich darüber. Ein Ergebnis, das nach Aukunft von Thomas Schniering vom Betrieb für Abfallwirtschaft Nienburg (BAWN) 2014 noch eindeutiger ausfallen dürfte. Der Nienburger kam 2014 auf 315 Kilo Grüngut und Bioabfall. Der entsprechende niedersachsenweite Vergleich liegt dem BAWN noch nicht vor.

Das Aufkommen an sogenannten Wertstoffen, also dem Abfall, der in die Gelbe Tonne wandert (Plastik, Dosen, Tetrapack oder Styropor), entspricht im Landkreis Nienburg in etwa dem Landesdurchschnitt. Bei einem Aufkommen von 315 Kilo pro Einwohner – inklusive Säuglinge und Senioren – sind das in der Summe 38 Millionen Kilo bzw. 38 000 Tonnen.

Als der Betrieb für Abfallwirtschaft kürzlich bekannt gab, dass die 240-Liter fassende Gelbe Tonne jetzt auch überall im Kreis nur noch alle vier Wochen gelehrt wird, beantragten 1500 Bürgerinnen und Bürger aus Sorge, dass die 240-Liter-Tonne dann nicht mehr ausreicht, die mit 360 Litern nächstgroße Einheit.

„Wenn bei uns die Gelbe Tonne geleert wird, ist gerade mal der Boden bedeckt“, berichtet Johanne Sailer aus Anderten. Der Vorsitzenden des Bundes für Umweltund Naturschutz (BUND) im Kreis Nienburg ist die Vermeidung von Abfall und der schonende Umgang mit den Ressourcen nicht erst seit gestern eine Herzensangelegenheit. „Beispielsweise gehe ich nie ohne Vorratsbehälter zum Wochenmarkt“, berichtet die BUNDVorsitzende. Und stellt – sehr zu ihrer Freude – fest, dass sie überall auf offenen Ohren stößt. „Mein Fischverkäufer ist gerne bereit, den Tarawert an seiner Waage noch einmal neu einzustellen, wenn ich ihm meine mitgebrachte Dose reiche“, so Johanne Sailer. Dass sie nie ohne Stoffbeutel einkaufen geht, versteht sich für die Anderterin ohnehin von selbst.

Um Benzin und damit Kohlendioxid zu sparen, ist Johanne Sailer mittlerweile auch dazu übergegangen, sich neben dem Biogemüse auch Getränke, haltbare Lebensmittel, Drogerieartikel oder Waschmittel von einem und demselben Anbieter ins Haus liefern zu lassen. „Bevor ich hierhin fahre, um das Wasser zu kaufen und dorthin für die Nudeln, ist es für die Umwelt doch besser, wenn mein Lieferant alles auf einem Weg erledigt. Und dabei womöglich auch noch weitere Kunden ansteuert“, so die BUND-Sprecherin.

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Erstellt:
19. Juli 2015, 00:00 Uhr
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